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Politik Kurt Beck nennt Schwielowsee-Drama „schweren Sündenfall“ der SPD
Nachrichten Politik Kurt Beck nennt Schwielowsee-Drama „schweren Sündenfall“ der SPD
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16:24 06.09.2018
Ex-SPD-Chef Beck: „Ich habe meinen Frieden mit der Sache gemacht.“ Quelle: Thomas Imo/photothek.net
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Berlin

Zehn Jahre nach seinem Rückzug von der SPD-Parteispitze hat sich Kurt Beck umfassend zum sogenannten „Drama vom Schwielowsee“ geäußert. „Der Schwielowsee gilt vielen Genossen bis heute als schwerer Sündenfall im Hinblick auf innerparteiliche Solidarität und den menschlichen Umgang miteinander. Ich glaube zu Recht“, sagte Beck dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) in einem exklusiven Interview. „Eine Partei, die gesellschaftliche Solidarität auf ihre Fahnen geschrieben hat, wird auch daran gemessen, wie sie in internen mit diesen Werten umgeht - vor allem, wenn es eng wird“, so der heutige Präsident der Friedrich-Ebert-Stiftung weiter. „Deshalb haben die Schwielowsee-Ereignisse die SPD Glaubwürdigkeit gekostet.“

Die gute Nachricht sei, dass die Partei daraus gelernt habe, sagte Beck. „Es gab ja auch in der jüngsten Vergangenheit große interne Konflikte, etwa als viele Genossen das Vertrauen in Martin Schulz verloren haben. Trotzdem ist es nicht wieder zu einer Intrige wie der vom Schwielowsee gekommen.“

Überraschende Rücktritte, innerparteiliche Konflikte und Papst-Vergleiche – die SPD blickt auf eine bewegte Geschichte ihrer Parteichefs zurück.

Gezielte Indiskretionen hätte seinen Rücktritt unausweichlich gemacht, sagte Beck und benannte auch den aus seiner Sicht Verantwortlichen: „Ich habe ja schon damals gesagt, dass ich das Umfeld von Franz Müntefering hinter den gezielten Indiskretionen und Durchstechereien vermute. Ich glaube, er würde da nicht widersprechen.“

Heute habe er mit den Ereignissen abgeschlossen, sagte Beck. „Es ist mir und anderen Beteiligten gelungen, tiefgreifende Verletzungen zu überwinden. Die Narben bleiben, aber der Umgang miteinander ist anständig“, so der frühere Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz. „Wenn ich bei Parteitagen neben Franz Müntefering sitze, geben wir uns die Hand und reden. Da gibt es keine Spannung mehr. Das Verhältnis zu Frank-Walter Steinmeier ist sogar richtig gut“, betonte Beck. „Ich habe meinen Frieden mit der Sache gemacht. Ich glaube, die anderen auch.“

Beck war am 7. September 2008 bei einer Klausur der SPD-Spitze am Brandenburger Schwielowsee vom Parteivorsitz zurückgetreten.

Von Andreas Niesmann/RND

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