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Politik Terrorabwehr bleibt ein Vabanquespiel
Nachrichten Politik Terrorabwehr bleibt ein Vabanquespiel
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16:40 21.12.2018
Beamte der Bundespolizei kontrollieren ein Terminal am Stuttgarter Flughafen. Quelle: Christoph Schmidt/dpa
Berlin

Es ist wie so häufig bei Terror-Alarm: Man weiß nie so genau, ob sie letztlich angebracht waren oder nicht – und ob durch zu viel Öffentlichkeit Aufklärungschancen versiegten. Ein paar Feststellungen sind mit Blick auf die Ereignisse an den Flughäfen Stuttgart und Paris aber möglich, ungeachtet der aktuellen Entwarnung.

Zunächst lässt sich sagen, dass die Sicherheitsbehörden dem Fall seit einiger Zeit nachgingen und angesichts der Recherchen von Medien dicht hielten. Weiter lässt sich sagen, dass erneut Verdächtige aus den Maghreb-Staaten beteiligt waren. Daraus ergibt sich ein Muster. Die zuletzt Verdächtigen haben Marokko-Bezug. Anis Amri, der Attentäter vom Breitscheidplatz, kam aus Tunesien. Chérif Chekatt, der Attentäter von Straßburg, hatte algerische Wurzeln. Terrorismusexperten berichten von Kontakten der maghrebinischen Szene über europäische Grenzen hinweg. Und schließlich sieht es so aus, als hätten die Sicherheitsbehörden – ebenfalls über europäische Grenzen hinweg – professionell kooperiert.

Gleichwohl bleibt Terrorabwehr für Polizei und Geheimdienste ein Vabanquespiel. Sie haben es mit echten Gefährdern ebenso zu tun wie mit Wichtigtuern. Es gibt überzeugte Islamisten, die dennoch kein Attentat begehen – und versierte Kriminelle, die plötzlich aus vordergründig islamistischen Motiven reihenweise Menschen umbringen. Die Sicherheitsbehörden müssen abwägen und mit Wahrscheinlichkeiten kalkulieren, wobei sie für einen Anschlag oft gescholten werden, für einen verhinderten Anschlag aber selten gelobt. Jetzt sind sie im Lichte der Weihnachtsmarkt-Anschläge Amris und Chekatts und so kurz vor Heiligabend offenbar auf Nummer sicher gegangen. Das ist, auch wenn sich der Verdacht nicht bestätigte, richtig so.

Von Markus Decker/RND

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