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Politik Obamas Zauber wirkt noch immer
Nachrichten Politik Obamas Zauber wirkt noch immer
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16:29 05.04.2019
Ex-US-Präsident Barack Obama tourt durch Europa. In Deutschland besuchte er Köln und Berlin – inklusive Kanzleramt. Quelle: dpa
Berlin

Der Ex ist zu Besuch! Und die Liebe der Deutschen zu Barack Obama ist noch immer nicht erkaltet. Spielend gelingt es dem ehemals mächtigsten Mann der Welt, in Köln 14000 Menschen zu seiner Veranstaltung zu locken - bei Ticketpreisen von bis zu 5000 Euro. Und auch Angela Merkel lässt es sich nicht nehmen, den beliebtesten Präsidenten, den Deutschland nie hatte, erneut ins Kanzleramt einzuladen.

Obama steht heute für die „gute alte Zeit“ im deutsch-amerikanischen Verhältnis. Diese erscheint im Rückblick um so wohliger, je mehr Donald Trump gegen die Kanzlerin, Berlin oder Europa wütet. Obama war scheinbar alles wichtig, wofür dem aktuellen US-Präsidenten jegliches Gespür fehlt: Umweltschutz, Humanität, transatlantische Zusammenarbeit, Anstand.

Nostalgie ist auch in der Politik erlaubt – aber als Leitmotiv nicht besonders klug

Ein wenig Nostalgie ist auch in der Politik erlaubt. Trotzdem sollten sich alle klar machen: Auch unter Obama war nicht alles immer eitel Sonnenschein. Schon er kritisierte Deutschland beispielsweise für die eher niedrigen Militärausgaben oder den Handelsüberschuss. In Obamas Amtszeit fiel auch die massive Ausweitung der weltweiten Drohnenkriege oder die Ausspähung des Kanzlerinnen-Handys.

Ob der Besuch Obamas bei Merkel etwas anderem nützt, außer der Befriedigung nostalgischer Gefühle, darf man auch bezweifeln. Trump hasst Obama und verachtet Merkel. Die demonstrative Zuneigung der Kanzlerin zu Trumps Vorgänger wird ihre Zugänge ins Weiße Haus vermutlich nicht gerade verbessern. Diese sind aber nötig, will man Zölle auf Autos oder andere Strafaktionen Trumps in Zukunft verhindern.

Gerade eine Kanzlerin muss sich in ihrem Handeln immer und jederzeit von der Realpolitik leiten lassen - auch wenn das mal bedeutet, einem krassen Unsympathen lächelnd die Hand zu schütteln und seinen charmanten Vorgänger nur aus der Ferne zu grüßen.

Von Christian Burmeister/RND

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