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Politik Körpersprache-Expertin: Spahn wirkt steif und AKK spricht gleichförmig laut
Nachrichten Politik Körpersprache-Expertin: Spahn wirkt steif und AKK spricht gleichförmig laut
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11:09 07.12.2018
Auf der Regionalkonferenz in Halle an der Saale hat Jens Spahn sich als einziger Kandidat vor das Rednerpult gestellt. Leider wirkt er dennoch oft ein bisschen hölzern, meint die Expertin. Quelle: dpa/ Hendrik Schmidt
Berlin

Wenn Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer während einer Rede etwas besonders deutlich machen will, nimmt sie ihren ausgestreckten Zeigefinger und deutet damit ins Publikum. Ein bisschen nach Oberlehrerin sieht das aus, es ist eine mahnende Geste. „Als ob sie das Publikum aufspießen wollte“, analysiert Mediatorin und Körpersprache-Expertin Veronika Langguth aus Berlin. „Friedrich Merz hat sich das bereits vor vielen Jahren abgewöhnt.“

Sympathisch wirke hingegen der saarländische Dialekt der 56-Jährigen, den man auch in einem Video ihrer Rede von der Regionalkonferenz in Halle an der Saale immer wieder durchblitzen hört. Seit Wochen versuchen Kramp-Karrenbauer, Merz und Spahn die CDU-Mitglieder von sich zu überzeugen. Die Reden der drei Kandidaten von der Konferenz in Halle hat die Expertin Langguth genutzt, um deren Körpersprache und Mimik zu analysieren. Annegret Kramp-Karrenbauer würde sie gerne raten, die Laustärke zu variieren und mehr Pausen zu machen. „Wenn man als Frau mit einer höheren Stimme gleichbleibend aufs Publikum einhämmert, dann ist das über längere Zeit hinweg schwer zu ertragen“, sagt die Mediatorin. Die Gestik von Kramp-Karrenbauer schätzt die Expertin aber als sehr gelungen ein. Die Generalsekretärin wendet sich häufig nach rechts und links und wirkt so locker.

Friedrich Merz klammert sich am Pult fest

Friedrich Merz wirke durch gut gesetzte Pausen viel ruhiger als AKK, benutze aber weniger Gestik. Er muss sich immer erst ein bisschen warm laufen, bis er in Fahrt kommt. Auf der Konferenz in Halle hat er sich im ersten Teil seiner Rede geradezu am Pult festgeklammert. „Er braucht offensichtlich den Halt“, schlussfolgert die Expertin. Fast zwei Meter groß, habe er sich „eine für ihn typische leichte Kopfneigung mit Blick von unten nach oben angewöhnt, die auf so manche Zuschauer etwas lauernd“ wirken könnte.

Der Blick des Sauerländers sucht immer wieder den Kontakt mit dem Publikum, er wendet den Kopf oft nach rechts und links. „Das ist gut. Es wäre aber schön, wenn er den ganzen Körper wenden würde“, so Langguth. Insgesamt wirke Merz aber deutlich jünger, als man es bei einem 63-Jährigen vermuten könnte – anders als Jens Spahn: „Er wirkt jugendlicher als Spahn, weil er sehr dynamisch rüber kommt“. Und wenn er dann so richtig in Fahrt ist, „hat er eine sehr ausdrucksvolle Mimik und Gestik”.

Jens Spahn zeigt seine ganze Größe

Dass Jens Spahn sich bei der Regionalkonferenz in Halle als einziger der drei Kandidaten ganz aufrecht vor dem Rednerpult aufgestellt hat, findet die Expertin „wunderbar“. So wendet er sich besser dem Publikum zu als Merz oder Kramp-Karrenbauer. „Das finde ich einen geschickten Schachzug“, sagt die Körpersprache-Expertin. Dennoch: Jens Spahn wirkt aus ihrer Sicht immer etwas hölzern. Den linken Arm hält er steif vor der Körpermitte. So demonstriere er gegenüber dem Publikum zwar eine große Beherrschung, besonders natürlich sei das allerdings nicht.

Auch seine Mimik ist nicht sehr variiert. „Manchmal hebt er die Augenbrauen, aber es wirkt nicht sehr locker“, so die Expertin. Dafür könne Gesundheitsminister Spahn immer wieder mit einem durchaus charmanten Lächeln punkten. Das gibt Pluspunkte von der Körpersprache-Expertin.

Von Pia Siemer/RND

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