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Politik Ein USB-Stick für den Frieden in Korea
Nachrichten Politik Ein USB-Stick für den Frieden in Korea
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10:19 07.05.2018
Annäherung: Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un (l.) und Südkoreas Präsident Moon Jae In. Quelle: AP
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Seoul

Ausgerechnet ein USB-Stick könnte den Durchbruch in den Beziehungen zwischen Nord- und Südkorea bringen. Zum Abschluss des historischen Gipfeltreffens beider Länder Ende April soll Südkoreas Präsident Moon Jae In dem Nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un ein solches Speichermedium überreicht haben – mit Plänen zum nachhaltigen Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen auf der koreanischen Halbinsel.

Auf dem USB-Stick sollen laut Medienberichten eine Präsentation und ein E-Book gespeichert sein, die eine zukünftige wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern darlegen, aber auch Pläne für mögliche wirtschaftliche Annäherungen Nordkoreas an Russland, China und Europa durch Handel und Zugverbindungen enthalten. „Der USB-Stick liefert Kim Argumente, dass es einen anderen Weg gibt. Die Nachricht ist: Wir meinen es ernst mit einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit“, sagte John Delury, Nordkorea-Experte der Yonsei-Universität in Seoul, der US-Nachrichtenseite Axios. Bei dem historischen Gipfeltreffen im April hatte Kim Jong Un bereits die Aussetzung von weiteren Atomtests angekündigt.

Pläne erstmals in Deutschland präsentiert

Ganz neu sind die Pläne zum Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen auf der koreanischen Halbinsel nicht: Moon Jae In hatte erstmals bei einem Besuch in Deutschland im vergangenen Jahr seine Vision für ein wirtschaftlich vereintes Korea vorgestellt. Sie beinhaltet die Etablierung eines einzelnen Marktes als Grundstein für Frieden auf der koreanischen Halbinsel und die Schaffung von Arbeitsplätzen und Wirtschaftswachstum in beiden Ländern. Der Plan sieht auch Gasleitungen und Zugverbindungen zwischen Nord- und Südkorea vor sowie eine engere Anbindung an den chinesischen und russischen Wirtschaftsmarkt.

Hollywood-Filme auf USB-Sticks

Obwohl streng verboten, werden USB-Sticks regelmäßig ins abgeschottete Nordkorea geschmuggelt, um es der Bevölkerung zu ermöglichen, Filme aus Hollywood oder unabhängige Nachrichten anzuschauen. Bei Razzien durchsucht die Polizei Berichten zufolge regelmäßig Wohnungen, in denen ausländische Filme versteckt sein könnten. Es drohen harte Bestrafungen bis hin zu Arbeitslager.

Von seb/RND

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