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Politik Kanada entschuldigt sich für Ablehnung jüdischer Flüchtlinge 1939
Nachrichten Politik Kanada entschuldigt sich für Ablehnung jüdischer Flüchtlinge 1939
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08:14 08.11.2018
Justin Trudeau: „Es gibt kaum Zweifel daran, dass unser Schweigen den Nazis erlaubt hat, ihre eigene ’Endlösung der Judenfrage’ zu entwickeln.“ Quelle: AP
Ottawa

— Kanadas Premierminister Justin Trudeau hat sich im Namen seines Landes für die Ablehnung eines Schiffes mit Hunderten Juden entschuldigt, die 1939 aus Nazideutschland fliehen wollten. Hitler habe zugeschaut, wie „wir ihre Visa abgelehnt, ihre Briefe ignoriert und ihnen den Eintritt verweigert haben“, sagte er am Mittwoch im Parlament.

Das Schiff „MS St. Louis“ war damals auch von Kuba und den Vereinigten Staaten abgewiesen worden. Die Passagiere mussten schließlich nach Europa zurückkehren. Mehr als 250 der insgesamt 907 Menschen an Bord starben im Holocaust.

„Es gibt kaum Zweifel daran, dass unser Schweigen den Nazis erlaubt hat, ihre eigene ’Endlösung der Judenfrage’ zu entwickeln“, sagte der Premier. In den 30er und 40er Jahren hätten kanadische Politiker die Gesetze des Landes missbraucht, um Antisemitismus zu verschleiern. Das Hegen von Hass und Gleichgültigkeit gegenüber den Flüchtlingen, bedeute, dass Kanada einen Teil der moralischen Verantwortung für ihren Tod mittrage.

Zwischen 1933 und 1945 beschränkte Kanada die Einwanderung von Juden massiv. In dem Zeitraum wurden lediglich rund 5000 jüdische Flüchtlinge ins Land gelassen.

Von RND/dpa/ngo

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