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Politik Kämpfe um Tripolis zwingen Tausende zur Flucht
Nachrichten Politik Kämpfe um Tripolis zwingen Tausende zur Flucht
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19:27 16.04.2019
Kämpfer einer bewaffneten Gruppe, die der von den Vereinten Nationen unterstützten Regierung des National Accord (GNA) von Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch angehören, stehen bei einem beschädigten Geländewagen in Libyen. Quelle: -/dpa
Tripolis

Mehr als 18.000 Menschen sind nach Schätzungen der Vereinten Nationen vor den jüngsten Gefechten um die libysche Hauptstadt Tripolis geflohen. Die Chefanklägerin am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag, Fatou Bensouda, sagte, sie sei zutiefst besorgt über die Eskalation der Gewalt und rief Kommandeure beider Seiten auf, Kriegsverbrechen zu verhindern. Auch der UN-Sicherheitsrat befasst sich mit der Lage in Libyen.

Feldmarschall Chalifa Haftar, der mit seiner Libyschen Nationalen Armee den Osten Libyens kontrolliert, hatte am 6. April zum Marsch auf die Hauptstadt Tripolis aufgerufen, wo rivalisierende Milizen das Sagen haben. Dort sitzt auch die von den UN anerkannte Regierung Libyens. Haftars Presseabteilung erklärte am Dienstag, die Kämpfe konzentrierten sich auf die Straße zwischen Tripolis und dem 2014 großteils zerstörten Flughafen.

Bensouda ermittelt bereits wegen mutmaßlicher Verbrechen im Konflikt in Libyen, unter anderem wird einer von Haftars Kommandeuren wegen des Verdachts außergerichtlicher Exekutionen per Haftbefehl gesucht. Möglicherweise könnten nun neue Ermittlungen dazu kommen, sagte sie am Dienstag.

146 Menschen kamen bei Gefechten ums Leben

Nach Zählung der UN vom Montag kamen bei den Gefechten um Tripolis bisher 146 Menschen ums Leben, 13 davon Zivilisten. Das seien aber nur die individuell belegbaren Todesfälle, die tatsächliche Zahl könnte höher liegen, sagte UN-Sprecher Stéphane Dujarric.

Im UN-Sicherheitsrat zirkulierte am Dienstag ein britischer Entwurf für eine Resolution, in dem die Konfliktparteien aufgerufen werden, unter Vermittlung der UN eine Dialog einzugehen und auf eine politische Lösung hinzuarbeiten. Die Offensive bedrohe die Stabilität Libyens, heißt es darin weiter.

Allerdings sind sich die Mitglieder des UN-Sicherheitsrates nicht einig, wie sie auf Haftars Offensive reagieren sollen. In den vergangenen Jahren haben ihn unter anderem die Vetomächte Russland und Frankreich unterstützt.

Von RND/dpa