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Politik Kämpfe in Ost-Aleppo sind beendet
Nachrichten Politik Kämpfe in Ost-Aleppo sind beendet
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20:46 13.12.2016
Der Osten Aleppos ist beinah gänzlich zerstört. Quelle: AFP
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Beirut

Die Rebellenkämpfer hätten damit begonnen, Ost-Aleppo zu verlassen und in der Folge seien die Kämpfe eingestellt worden.

Zuvor war nach Angaben von Tschurkin sowie von Rebellen unter Vermittlung Russlands und der Türkei eine Einigung für die Evakuierung von Zivilisten und Kämpfern aus Ost-Aleppo zustande gekommen. Den syrischen Regierungskräften war es in den vergangenen Tagen mit Unterstützung der russischen Luftwaffe sowie schiitischer Milizen aus dem Libanon, Iran, Irak und Afghanistan gelungen, die seit 2012 von den Rebellen gehaltenen Viertel im Ostteil von Aleppo fast vollständig zurückzuerobern.

Vor dem Bürgerkrieg war Aleppo Syriens Handelsmetropole im Norden des Landes. Als größte Stadt neben Damaskus hat Aleppo erhebliche strategische und symbolische Bedeutung im Bürgerkrieg. Einst lebten hier mehr als zwei Millionen Menschen. Heute ist die Stadt fast komplett zerstört. Zehntausende sind gestorben, wer fliehen konnte, ist geflohen.

Menschen verstecken sich tagelang ohne Wasser und Nahrung

Mitte November hatte die Armee von Präsident Baschar al-Assad zusammen mit Verbündeten eine Offensive auf die von den Rebellen kontrollierten Viertel im Osten begonnen. Unter schwerem Artilleriefeuer und mit Hilfe russischer Luftangriffe gelang es der Armee, Viertel um Viertel zurückzuerobern. Bereits seit dem Sommer war der Ostteil der ehemaligen Handelsmetropole von der Armee umzingelt worden und so gut wie von der Außenwelt abgeschnitten.

Nach Angaben der Vereinten Nationen waren in den vergangenen Tagen mehr als 40.000 Menschen aus den umkämpften Gebieten geflohen. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) in Syrien sprach zuletzt von katastrophalen Zuständen. Es habe demnach keine medizinische Versorgung mehr gegeben. Die Menschen hätten sich teilweise tagelang versteckt, ohne Wasser und Nahrung.

Aleppo war lange Zeit eine der am heftigsten umkämpften Städte im syrischen Bürgerkrieg. Bereits kurz nach Beginn der Kämpfe im Jahr 2012 eroberten verschiedene Rebellengruppen Stadtviertel im Osten der Stadt, während westliche Viertel vom syrischen Regime kontrolliert wurden.

Erste Busse sollen Aleppo noch am Abend verlassen

Die ersten Busse mit Zivilisten und Kämpfern sollen nach Angaben eines Rebellensprechers noch am Dienstagabend die syrische Stadt Ost-Aleppo verlassen. Zunächst sollten fünf Busse die Evakuierung beginnen, hieß es weiter. Unklar war allerdings, ob sie die Menschen in die von Regierungstruppen kontrollierten Gebiete im Westen Aleppos bringen würden oder in die von Rebellen kontrollierte Provinz Idlib, südlich von Aleppo. Bewohner berichteten, die Kämpfe seien zunächst unterbrochen worden.

Russlands UN-Botschafter Witali Tshurkin bestätigte die Übereinkunft der Regierung in Damaskus mit den Rebellen am Dienstag in New York. „Die Abmachung ist, dass die Kämpfer die Stadt verlassen“, sagte Churkin. Die Zivilisten könnten selbst entscheiden, ob sie bleiben wollten oder ob sie in sicherere Gebiete ziehen wollten. „Niemand wird den Zivilisten etwas antun.“

Von RND/dpa

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