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Nachrichten Politik Justiz fehlen die Beweise für IS-Bezug
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11:11 16.10.2016
Hinter diesen Gittern hat sich der Islamist Dschaber al-Bakr selbst getötet. Quelle: dpa
Karlsruhe

Nach dem Suizid des mutmaßlichen Terroristen Dschaber al-Bakr suchen die Ermittlungsbehörden weiter nach Verbindungen zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Bislang gebe es keine „ausreichenden gerichtsverwertbaren Bezüge zum IS“, erklärte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe. Die Ermittlungsbehörden vermuten, dass al-Bakr im Auftrag des IS handelte. Ende August sei der Syrer aus der Türkei kommend in Leipzig gelandet und habe dabei seinen Anschlagsplan „in der Tasche“ gehabt, zitierte die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ Ermittler.

Nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden hatte al-Bakr einen Sprengstoffanschlag auf einen Berliner Flughafen geplant. In der Wohnung in Chemnitz, in der der 22-Jährige zuletzt lebte, fanden die Ermittler 1,5 Kilogramm hochexplosiven Sprengstoff. Er hatte sich am Mittwochabend zwei Tage nach seiner Festnahme in einem Leipziger Gefängnis erhängt – mit einem T-Shirt seiner Anstaltskleidung an einem Gitter in seiner Zelle.

Justizminister räumt Versäumnisse ein

Gesteht Fehler ein: Sachsens Justizminister Sebastian Gemkow (CDU). Quelle: dpa

Unklar ist weiter, wie es zum Tod des Syrers in der Leipziger JVA kommen konnte. Sachsens Justizminister Sebastian Gemkow (CDU) räumte Versäumnisse im Justizvollzug des Landes ein. „Wir alle müssen im Umgang mit islamistischen Strafgefangenen dazulernen. Offensichtlich reichen unsere herkömmlichen Instrumente und Erfahrungen zur sicheren Unterbringung von Gefangenen nicht aus“, sagte er der „Bild am Sonntag“. Es könne sein, dass ein Islamist seinen Selbstmord gezielt umsetze, um den Behörden die Ermittlungen zu erschweren und dem verhassten westlichen Rechtssystem zu schaden.

Aus Sicht der Gewerkschaft der Strafvollzugsbediensteten in Niedersachsen sollten Terrorverdächtige künftig zentral in Deutschland inhaftiert werden. Reguläre Gefängnisse seien für die Unterbringung im Zweifelsfall nicht geeignet, sagte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft, Uwe Oelkers. „Eine zentrale Inhaftierung in der Nähe der zuständigen Bundesanwaltschaft ist die sinnvollste Lösung.“

Al-Bakrs Bruder kündigt Vergeltung an

Kündigt Vergeltung an: Alaa al-Bakr, der Bruder des mutmaßlichen Selbstmordattentäters. Quelle: Privat

Al-Bakr soll durch Berliner Imame mit dem radikalen Islam in Verbindung gekommen sein, berichteten der „Spiegel“ und die Deutsche Welle unter Berufung auf einen Bruder des Syrers. Dieser beschuldigte die Polizei, für den Tod des 22-Jährigen verantwortlich zu sein. „Selbst wenn er IS-Mitglied war: Die begehen keinen Selbstmord“, sagte Alaa al-Bakr, der in der Nähe von Damaskus lebt. Doch damit nicht genug. Der Bruder macht die Polizei für den Tod verantwortlich. „Ein radikaler Muslim würde sich in die Luft sprengen, aber sich nicht umbringen. Sich umzubringen ist im Islam eine große Sünde“, sagt er in einem Video.

Die Familie feiert ihr Mitglied als Märtyrer. Die Eltern seien stolz. Daher daher sinnt Alaa nach Rache. Der Syrer kündigte an, als Flüchtling nach Deutschland einreisen zu wollen. Was er hier plant, scheint offensichtlich. In dem Video sagt er: „Du verstehst schon. Ich habe nichts weiter zu sagen.“

Von RND/dpa/cab

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