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Politik Ist der Problembär schuld an der CSU-Krise?
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07:25 10.10.2018
Edmund Stoiber (Archivfoto von 2013) Quelle: dapd
Hannover

Edmund Stoiber war schon immer ein Kandidat für skurrile Auftritte und Thesen. Nun hat der Ehrenvorsitzende der CSU eine Erklärung dafür geliefert, warum die CSU kurz vor der Bayernwahl in Umfragen so schlecht dasteht: Gewissermaßen ist demnach der Erfolg der CSU schuld. Weil es nämlich Bayern so gut gehe, kämen immer mehr Zuzügler nach Bayern, sagte er im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. „Aus allen Teilen Deutschlands sind in den letzten zehn Jahren mehr als eine Million Menschen zu uns kommen“, rechnete er vor. Und dann: „Und nicht jeder von ihnen kann wissen, welchen großen Anteil die CSU am Erfolg Bayerns hat.“

Diese steile These löst verwunderte Reaktionen aus, vor allem verständlicherweise nördlich der bayerischen Landesgrenze. Wobei der ironische Unterton nicht zu verkennen ist.

Mancher Twitter-Nutzer fühlt sich sofort erinnert an frühere rhetorische und politische Leistungen Stoibers. Aber mit dem Problembär Bruno haben die aktuellen Probleme der CSU sicher nichts zu tun.

Im Interview mit dem RND gibt Stoiber auch den Grünen einen mit und rät der CSU, sich nicht mit ihnen auf eine Koalition einzulassen. Zu gering seien die Schnittmengen, und ein Chaos um ein Jamaika-Bündnis wie in Berlin will Stoiber in Bayern auch nicht erleben. Stoibers Zuzugs-These nutzen nun die Grünen, um ihn an andere Probleme zu erinnern:

Auch andere Grünen können sich Kommentare an Stoiber nicht verkneifen.

Das Verhältnis zwischen CSU und CDU ist spätestens seit der Diskussion um eine Obergrenze für Flüchtlinge nicht mehr das allerbeste. Stoibers These mit den Zugezogenen als Schuldige für die CSU-Krise trägt wohl nicht zur Versöhnung mit der Schwesterpartei bei.

Aber nicht alle widersprechen Stoibers Aussage. Doch selbst, wer meint, dass an der These etwas dran ist, muss ihr humoristisches Potential anerkennen:

Von Christian Palm/RND

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