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Politik Irlands Jugend kommt nach Hause, um zu entscheiden
Nachrichten Politik Irlands Jugend kommt nach Hause, um zu entscheiden
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19:56 25.05.2018
Eine Wahlhelferin wirbt im Berufsverkehr Stimmen für die Abschaffung des Verfassungszusatzes zum Abtreibungsverbot Quelle: dpa
Dublin

Mit einem der strengsten Abtreibungsgesetze in Europa ist irischen Frauen ein Schwangerschaftsabbruch bisher untersagt. Wer dagegen verstößt, kann mit bis 14 Jahren Gefängnis bestraft werden. Im Rahmen eines Referendums konnten die 3,2 Millionen Wahlberechtigten am Freitag über eine Reform des Verbots und somit eine Legalisierung von Abtreibungen entscheiden.

Mit einer Online-Kampagne haben die Befürworter der Reform im Vorfeld Iren im Ausland dazu aufgerufen, sich am Referendum zu beteiligen. Denn in Irland dürfen Staatsbürger, die sich zum Wahlzeitpunkt nicht im Land aufhalten, nicht wählen.

Zahlreiche junge Menschen, die ausgewandert sind oder sich zum Studieren im Ausland aufhalten, folgten dem Aufruf #hometovote. Am Flughafen in Dublin wurden viele von ihnen von Unterstützern, Freunden und Familie mit Applaus in Empfang genommen.

Auf Twitter und Instagram teilten die Irinnen und Iren Fotos von ihren Heimreisen und von den Empfängen am Flughafen.

„Danke, dass ihr die Reise macht, damit andere Frauen sie nicht machen müssen“, hieß es beispielsweise auf einem Plakat.

Irische Regierung hofft auf liberalere Gesetzgebung

Beim Referendum zeichnete sich im Laufe des Tages eine hohe Beteiligung ab. Das berichtete die öffentlich-rechtliche irische Rundfunkanstalt RTÉ. Die Regierung von Premierminister Leo Varadkar hatte dazu aufgerufen, für die Streichung des achten Verfassungszusatz zu stimmen und damit den Weg für eine liberalere Gesetzgebung zum Schwangerschaftsabbruch freizumachen. „Es ist ein großes Ja von mir“, schrieb er auf Twitter nach der Stimmabgabe.

Wahlergebnis erst am Samstag

Die Auszählung findet erst am Samstag statt. Prognosen zum Ausgang der Abstimmung werden aber schon in der Nacht erwartet.

Durch das Referendum soll dem Parlament die Möglichkeit gegeben werden, Abtreibungen bis zur zwölften Schwangerschaftswoche zu legalisieren. In Meinungsumfragen lagen die Befürworter einer Gesetzeslockerung zuletzt knapp vorne. Zehntausende im Ausland lebender Iren sollen Berichten zufolge für das Referendum in ihre Heimat gereist sein.

Der UN-Menschenrechtsausschuss hatte das Abtreibungsverbot 2016 als Verstoß gegen internationale Menschenrechtsvereinbarungen kritisiert und die irische Regierung aufgefordert, es zu überarbeiten.

Von RND/mkr/dpa

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