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Politik Innenminister Herrmann: Drahtseil-Anschlag „ganz ungewöhnlich“
Nachrichten Politik Innenminister Herrmann: Drahtseil-Anschlag „ganz ungewöhnlich“
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17:00 06.11.2018
Polizisten suchen auf der ICE-Strecke zwischen Nürnberg und München die Schienen ab. Quelle: Daniel Karmann/dpa
Allersberg

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hält den Fall des über eine ICE-Strecke gespannten Drahtseils für sehr außergewöhnlich. „Das ist eine ganz ungewöhnliche Art eines Anschlagversuchs“, sagte er am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in München. „Es ist klar, dass man einen solchen Anschlag auf eine Hochgeschwindigkeitstrasse der Deutschen Bahn schon sehr ernstnehmen muss.“ Bislang habe es keinen vergleichbaren Fall gegeben. Es gebe derzeit wenig belastbare Hinweise darauf, ob ein solcher Anschlag bei Gelegenheit wieder passieren könne.

Die Ermittler des bayerischen Landeskriminalamts gehen in dem Fall inzwischen von zwei Tatorten aus, wie ein Sprecher am Dienstag sagte. Der Fundort von Resten des Drahtseils auf der Schnellfahrstrecke zwischen Nürnberg und München liege etwa dreieinhalb Kilometer vom Fundort eines mehrseitigen Drohschreibens in arabischer Sprache sowie von Holz und Eisenteilen, die vermutlich auf oder an den Schienen befestigt waren. Daneben entdeckte die Polizei zudem ein Graffiti mit arabischen Schriftzeichen. Bei dem Vorfall Anfang Oktober wurde ein ICE beschädigt, verletzt wurde niemand.

Lesen Sie auch: Attacke auf ICE hatte womöglich rechtsterroristischen Hintergrund

Ermittler schließen nach Informationen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) nicht aus, dass das Stahlseil auf der ICE-Strecke zwischen Nürnberg und München von einem Täter mit fremdenfeindlichem Hintergrund gespannt wurde. „Wir halten es für möglich, dass es sich um einen radikalisierten Einzeltäter aus dem extrem rechten Milieu handelte, der kurz vor der Landtagswahl in Bayern Stimmung gegen Flüchtlinge provozieren wollte“, sagte ein Ermittler dem RND.

Vor etwa einem Monat hatten unbekannte Täter ein dünnes Stahlseil über die Gleise der Schnellfahrstrecke bei Allersberg im Landkreis Roth gespannt. Durch den Aufprall war die Frontscheibe des Zuges bei Tempo 200 beschädigt worden, verletzt wurde niemand. Die Behörden gehen davon aus, dass die Konstruktion aus Holz und Metall den ICE nicht hätte entgleisen lassen können.

Die Ermittler stufen den Vorfall inzwischen nicht mehr als Anschlag, sondern als gefährlichen Eingriff in den Zugverkehr ein. Im April vergangenen Jahres wurde der Bundeswehr-Oberleutnant Franco A. verhaftet, nachdem er sich als syrischer Kriegsflüchtling ausgegeben und in Deutschland Asyl beantragt hatte. Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass A. rechtsterroristische Anschläge plante, um sie Flüchtlingen anzulasten.

Lesen sie auch: Stahlseil über ICE-Strecke: Drohschreiben in arabischer Sprache entdeckt

Von RND/köp/ngo

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