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Politik Illegale Autorennen: Politik streitet über härtere Strafen
Nachrichten Politik Illegale Autorennen: Politik streitet über härtere Strafen
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16:53 16.02.2018
Nach dem illegalen Autorennen lagen Fahrzeugteile auf der Straße. Quelle: dpa
Berlin

Illegale Autorennen und Raser waren in den vergangenen Jahren immer wieder ein Thema – in Prozessen und zunehmend auch in der Politik. 2015 und 2016 starben mehrere Unbeteiligte durch derartige Rennen, zahlreiche Menschen wurden verletzt. Drei Beispiele:

In Köln wird im März 2015 der Fahrgast eines Taxis getötet, als der Wagen von einem Raser bei einem Rennen gerammt wird. Im April des gleichen Jahres trifft es ebenfalls in Köln eine Radfahrerin. Schuld sind zwei Raser. Die 19 Jahre alte Frau stirbt. Die beiden jungen Männer werden zu Bewährungsstrafen verurteilt. In einem anderen Fall eines tödlichen Autorennens in Köln entscheidet ein Gericht auf fahrlässige Tötung und verhängt eine Strafe von zwei Jahren und neun Monaten Gefängnis.

Im Januar 2016 kommt eine junge Frau in Ludwigshafen auf dem Rücksitz eines rasenden Autos zu Tode. Der Fahrer war bei einem Rennen gegen einen Baum gefahren. Im Juli 2016 rasen zwei junge Männer mit ihren Wagen durch die Kölner Innenstadt und stoßen zusammen. Eine Beifahrerin wird verletzt. Bei weiteren Unfällen im Saarland und in Frankfurt im August 2016, bei denen der Verdacht auf illegale Rennen im Raum stand, gibt es ebenfalls Tote.

In Berlin liefern sich zwei Männer in der Nacht zum 1. Februar 2016 ein Rennen. Sie verursachen in der Nähe des Kaufhauses KaDeWe einen schweren Unfall: Der eine Raser rammt einen Jeep, dessen 69 Jahre alter Fahrer stirbt. Bei ihrer Fahrt haben die beiden jungen Männer mehrere rote Ampeln überfahren. Beim Zusammenstoß fuhren sie etwa 160 Stundenkilometer schnell. Das Landgericht Berlin verurteilt die beiden Raser wegen Mordes Sie zu lebenslange Gefängnisstrafen. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig (die Begründung der Richter lesen Sie hier).

Politik streitet um Verschärfung

In der Zwischenzeit wurde auch die Politik aktiv, weil Teilnehmer und Organisatoren der illegalen Rennen bislang mit vergleichsweise milden Sanktionen davonkamen. Der Bundesrat beschloss im September 2016 einen Gesetzentwurf für härtere Strafen.

Der Bundestag müsste allerdings noch zustimmen, damit der Entwurf Gesetz wird. Das Bundesverkehrsministerium hat jedoch Skepsis erkennen lassen und angedeutet, die bestehende Gesetzeslage sei ausreichend.

Laut dem Entwurf soll aus einer Ordnungswidrigkeit ein Straftatbestand werden. Bisher drohen Teilnehmern illegaler Rennen 400 Euro Bußgeld und ein Monat Fahrverbot. Nach dem Entwurf sollen Menschen, die an unerlaubten Autorennen teilnehmen, mit bis zu zwei Jahren Gefängnis und einem Entzug des Führerscheins rechnen müssen.

Werden Unbeteiligte in Gefahr gebracht, sollen Teilnehmer bis zu fünf Jahre in Haft kommen können. Wird bei einem Rennen ein Mensch schwer verletzt oder getötet, drohen bis zu zehn Jahre Gefängnis. Bei einer Verurteilung könnten künftig auch die Autos für eine längere Zeit eingezogen werden.

Von dpa/RND