Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Politik Identitäres Schiff manövrierunfähig auf Mittelmeer
Nachrichten Politik Identitäres Schiff manövrierunfähig auf Mittelmeer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:28 11.08.2017
Die Suunta trägt seit Februar 2017 den Namen „C Star“ und fährt unter mongolischer Flagge. Mit dem Schiff will ein Dutzend junger Rechtsextremer vor der Küste Libyens Flüchtlinge, die sich auf das Meer hinausgetraut haben, zurück in das Bürgerkriegsland bringen. Quelle: AP
Anzeige
Regensburg

Eigentlich wollten sie die Arbeit der privaten Seenotretter behindern, die vor der libyschen Küste Flüchtlinge vor dem Ertrinken retten. Doch am Freitag sind Mitglieder der rechtsextremen Identitären Bewegung offenbar selbst in Seenot geraten – und mussten auf die Hilfe der privaten Seenotretter setzen.

Wie der Regensburger Gründer der privaten Seenotrettung „Sea-Eye“, Michael Buschheuer, am Freitag mitteilte, ist seine Crew von der EU-Krisenbewältigungsoperation „Sophia“ aufgefordert worden, der „C-Star“, dem Schiff der Identitären, zu Hilfe zu eilen.

Das Schiff habe einen Maschinenschaden, sei manövrierunfähig und brauche Hilfe, hieß es. „Da unser Kutter ‚Sea-Eye’ von der ‚C-Star’ am wenigsten entfernt ist, wurden wir von der Seenotleitzentrale für das westliche Mittelmeer damit beauftragt“, erklärte Michael Buschheuer.

Das Schiff sei „nicht unter Kontrolle“

Die „Sea-Eye“ nahm nach seinen Angaben Kurs auf die „C-Star“. „In Seenot Geratenen zu helfen, ist die Pflicht eines jeden, der auf See ist – unterschiedslos zu seiner Herkunft, Hautfarbe, Religion oder Gesinnung“, erklärte Buschheuer.

Die Identitäten, die zur rechtsextremen Aktion „Defend Europe“ gehören, teilten auf Twitter lediglich mit, dass während der Nacht „ein kleineres technisches Problem“ aufgetreten sei. „Um das Problem noch vor Eintreffen in der SAR-Zone (18-Meilen-Zone vor der libyschen Küste, Anm. d. R.) und der Annäherung an andere Schiffe zu lösen, wurde der Hauptmotor ausgeschaltet“, heißt es auf dem Twitter-Account von „Defend Europe“. Das Schiff sei „nicht unter Kontrolle“. An einer Lösung werde gearbeitet. Eine Rettung durch die „Sea Eye“ bestätigte „Defend Europe“ nicht.

Die rechtsextreme Identitäre Bewegung hatte das Schiff „C-Star“ gechartert, um nach eigenen Angaben „Europa zu retten“ und die Arbeit der privaten Seenotretter vor der libyschen Küste zu behindern.

Von RND/epd/aks

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

US-Präsident Donald Trump hat im diplomatischen Konflikt mit Nordkorea die nächste verbale Munition nachgelegt. Über Twitter drohte er Nordkorea mit einer militärischen Lösung, wenn das Land unklug agieren sollte. Die USA seien vollständig vorbereitet.

11.08.2017

Die USA haben in Südkorea und auf Guam das Raketenabwehrsystem THAAD stationiert, um sich vor nordkoreanischen Angriffen zu schützen. Im Falle eines Angriffes würde dies aber maximal die Hälfte der Raketen abfangen, sagen Experten.

11.08.2017

Greift Nordkorea wirklich die US-Pazifikinsel an, könnten sich die engsten Verbündeten Washingtons kaum aus dem Konflikt heraushalten. Japan, Südkorea und Australien drohen bereits mit dem Militär. Nun stellt sich die Frage nach dem Nato-Bündnisfall.

11.08.2017
Anzeige