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Politik Holte Amri sich seine Pistole in der Schweiz?
Nachrichten Politik Holte Amri sich seine Pistole in der Schweiz?
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19:25 06.01.2017
Die Waffe, mit der Anis Amri den polnischen Lkw-Fahrer erschoss und auf die italienischen Polizisten feuerte. Quelle: dpa
Hannover

Der Berliner Weihnachtsmarkt-Attentäter Anis Amri hat sich nach ZDF-Informationen längere Zeit und möglicherweise sogar mehrfach in der Schweiz aufgehalten. Wie der Sender am Freitagabend berichtete, werden Kontaktdaten, die nach dem Anschlag in Berlin auf Amris Handy gefunden worden waren, derzeit intensiv von den Schweizer Ermittlungsbehörden überprüft.

Konkret gehe es dabei auch um die Frage, ob er sich die Tatwaffe, eine Pistole vom Typ Erma, in der Schweiz bei befreundeten Islamisten besorgt habe. In der Eidgenossenschaft gibt es in einigen Städten eine rege Islamistenszene. Nach bisherigem Ermittlungsstand spreche vieles dafür, sagten Ermittler dem ZDF.

Die Schweizer Bundesanwaltschaft hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass sie im Zusammenhang mit dem Anschlag in Berlin ein Strafverfahren gegen unbekannt eröffnet habe. Es gehe um den Verdacht auf Unterstützung oder Beteiligung an einer kriminellen Organisation, sagte der zuständige Sprecher André Marty. Außerdem stehe ein Verstoß gegen das Verbot der Mitgliedschaft in einer Terrormiliz wie dem Islamischen Staat (IS) im Raum. Details nannte der Sprecher nicht.

Schon kurz nach dem Anschlag war wegen möglicher Verbindungen Amris in die Schweiz ermittelt worden. Der 24-jährige Tunesier hatte am 19. Dezember einen Lastwagen in den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche gesteuert und zwölf Menschen getötet. Vier Tage später wurde er bei einer Polizeikontrolle in Italien erschossen.

Unterdessen werden sich auch die Geheimdienst-Kontrolleure des Bundestages am 16. Januar in einer Sondersitzung mit dem Fall Amri befassen. Der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele hatte zuvor eine rasche Sondersitzung des Gremiums verlangt, um die Rolle des Bundesamts für Verfassungsschutz und des Bundesnachrichtendienstes im Zusammenhang mit dem Anschlag zu klären. Ströbele ist Mitglied im Parlamentarischen Gremium zur Kontrolle der Geheimdienste (PKGr).

Von RND/dpa

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