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Politik Hildegard Hamm-Brücher ist tot
Nachrichten Politik Hildegard Hamm-Brücher ist tot
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13:06 09.12.2016
Die ehemalige FDP-Politikerin Hildegard Hamm-Brücher ist im Alter von 95 Jahren in München verstorben. Quelle: dpa
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München

Den Tod der 95-Jährigen bestätigte ihr Sohn am Freitag in München. Die 1921 in Essen geborene Hildegard Hamm-Brücher war unter Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) Staatsministerin im Auswärtigen Amt und 1994 Kandidatin für das Bundespräsidentenamt.

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Hildegard Hamm-Brüchers prägte die Bundespolitik über viele Jahrzehnte. Die ehemalige FDP-Frau starb am Freitag im Alter von 95 Jahren.

Bundespräsident Joachim Gauck hat die langjährige FDP-Politikerin Hildegard Hamm-Brücher als Vorbild für jüngere Generationen gewürdigt. „Hildegard Hamm-Brücher besaß Anstand und Maß und war offenen Sinnes für andere und Andersdenkende“, sagte er am Freitag laut Mitteilung in Berlin. „Mit ihrer aufrichtigen Liberalität bleibt sie auch für nachfolgende Generationen ein Vorbild.“

Sie habe stets „klug, selbstständig und fair“ für ihre Überzeugungen gekämpft und „wie kaum eine andere für einen Liberalismus, der sich für Bürgerrechte, Zivilcourage und demokratische Kultur einsetzte“, gestanden, sagte Gauck.

Merkel würdigt Hamm-Brücher

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) würdigte Hamm-Brücher als eine der wichtigsten Stimmen des Liberalismus. „Deutschland verliert mit Hildegard Hamm-Brücher eine herausragende Demokratin - und eine der letzten politischen Akteurinnen, die unsere Demokratie nach dem Zweiten Weltkrieg mitaufgebaut haben“, erklärte Merkel am Freitag in Berlin.

Mit ihrem unermüdlichen und wortgewaltigen Einsatz für die Demokratie habe sie sich höchsten Respekt über Parteigrenzen hinweg erworben. „Freiheit war für sie, die Krieg und Gewaltherrschaft selbst noch erlebt hat, Privileg, aber auch Verpflichtung.“ Hamm-Brücher habe sich ein Leben lang jeder Form von Ideologie, Extremismus und Antisemitismus entgegengestellt, betonte die CDU-Vorsitzende.

Über Jahrzehnte prägte Hamm-Brücher die Politik der Liberalen, als Bundestagsabgeordnete und Staatsministerin im Auswärtigen Amt unter Außenminister Hans-Dietrich Genscher. „Mit ihr verliert Deutschland eine große liberale Persönlichkeit“, sagte der bayerische FDP-Landeschef Albert Duin.

54 Jahre lang war sie Mitglied der FDP. 1948 zog die promovierte Chemikerin für die FDP in den Münchner Stadtrat ein. Ihren Austritt im Jahr 2002 begründete sie mit der „Annäherung der FDP an die antiisraelischen und einseitig propalästinensischen Positionen des Herrn Möllemann“. 2015 verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand. Doch trotz zweier Oberschenkelhalsbrüche, Gedächtnislücken und Gleichgewichtsstörungen verfolgte sie die Entwicklungen in der Politik weiter.

Von RND/afp

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