Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Politik Heil prüft Alternativ-Modell für Mütterrente
Nachrichten Politik Heil prüft Alternativ-Modell für Mütterrente
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:57 18.04.2018
Sozialminister Heil sucht nach einem anderen Mütterrenten-Modell. Quelle: epd
Anzeige
Berlin

Bundessozialminister Hubertus Heil (SPD) lässt ein Alternativmodell zur Ausweitung der Mütterrente prüfen, das deutlich von den Vereinbarungen im Koalitionsvertrag abweicht.

Demnach könnten Frauen für vor 1992 geborene Kinder jeweils nur einen halben und nicht – wie bislang geplant – einen ganzen Rentenpunkt zuerkannt bekommen. Dafür würden jedoch alle Frauen mit Kindern dieser Jahrgänge von der geplanten Ausweitung der Mütterrente profitieren. Das bestätigten Koalitionskreise dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Im Koalitionsvertrag hatten Union und SPD vereinbart, dass lediglich Mütter mit drei oder mehr vor 1992 geborenen Kindern pro Kind einen ganzen Rentenpunkt anerkannt bekommen sollen. „Wir prüfen mehrere Varianten“, sagte eine Sprecherin des Bundesarbeitsministeriums dem RND.

„Administrativ schwierig“

Das Alternativ-Modell mit zusätzlich einem halben Rentenpunkt pro Kind für die bundesweit rund 9,5 Millionen Mütter, die vor 1992 Kinder zur Welt gebracht haben, würde den Angaben zufolge zu jährlichen Mehrausgaben von rund 3,65 Milliarden Euro führen. Damit wäre diese Lösung etwa genauso teuer wie die im Koalitionsvertrag vereinbarte Lösung, heißt es in Koalitionskreisen.

Ein Abweichen von den Verabredungen im Koalitionsvertrag wäre äußerst ungewöhnlich. Hintergrund der Überlegungen seien verfassungsrechtliche Bedenken gegen eine Lösung, die Frauen mit weniger als drei Kindern benachteilige, heißt es in Koalitionskreisen.

Außerdem habe die Chefin der Deutschen Rentenversicherung, Gundula Roßbach, bei einem Treffen mit Unionspolitikern in dieser Woche erklärt, die Umsetzung eines Modells, das eine Rentenerhöhung nur für Mütter mit drei oder mehr Kindern vorsehe, sei „administrativ schwierig“.

CSU widerspricht vehement

Die CSU sprach sich am Mittwoch strikt gegen das Alternativ-Modell aus. „Der volle Punkt fürs Rentenkonto ist vereinbart und muss kommen“, sagte Alexander Dobrindt, Vorsitzender der CSU-Landesgruppe im Bundestag, dem RND. „Einer Abkehr vom Koalitionsvertrag zu Lasten unserer Mütter erteilen wir eine klare Absage.“

Von Rasmus Buchsteiner/RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Politik Nach der Castro-Ära - Kuba wählt neuen Präsidenten

Nach zehn Jahren an der Staatsspitze will Kubas Präsident Raúl Castro die Macht abgeben. Sein Nachfolger soll an diesem Mittwoch oder Donnerstag gewählt werden. Wer es wird, ist so gut wie sicher.

18.04.2018

Asylbewerber können sich künftig in Griechenland frei bewegen. Sie müssen nicht mehr in den Registrierungslagern auf den Ägäisinseln die Asylverfahren abwarten. Neue Flüchtlingsströme könnten die Folge sein.

18.04.2018
Politik Aktion zum Klimaschutz - Donald Trump soll schmelzen

„Der Klimawandel ist nur eine Erfindung der Chinesen“: Donald Trump ist leidenschaftlicher Leugner der globalen Erwärmung. Eine Organisation aus Finnland will dem Präsidenten nun mit einer ungewöhnlichen Aktion beweisen, dass er falsch liegt.

18.04.2018
Anzeige