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Politik Guatemala will Botschaft nach Jerusalem verlegen
Nachrichten Politik Guatemala will Botschaft nach Jerusalem verlegen
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17:22 25.12.2017
Als erster Staat will Guatemala der Entscheidung der USA folgen und seine Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen. Quelle: dpa
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Guatemala-Stadt

Wie die USA wird auch Guatemala seine Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen. Das kündigte Präsident Jimmy Morales auf seinem offiziellen Facebook-Account am Sonntag (Ortszeit) an. Zu dem Schritt habe er sich nach einem Gespräch mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu entschlossen.

Mit der angekündigten Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem hat Präsident Donald Trump die Stadt Anfang Dezember zur Hauptstadt Israels erklärt. Während der jüdische Staat den Schritt als lange überfällig begrüßte, stieß er in der restlichen Welt mehrheitlich auf Ablehnung. Die Palästinenser beanspruchen Ostjerusalem als Hauptstadt eines künftigen eigenen unabhängigen Staates. Die Vereinten Nationen dringen darauf, dass der Status Jerusalems in Gesprächen zwischen Israel und Palästinensern verhandelt wird.

Guatemala war einer von neun Staaten, die in der UN-Vollversammlung in der vergangenen Woche auf der Seite der USA abstimmten. Bei dem Votum stimmte die Mehrheit der UN-Mitgliedsstaaten für eine Resolution, die Trumps Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt verurteilte. Kein anderes Land hat bisher die Verlegung seiner Botschaft angekündigt. Lediglich Tschechien hat erklärt, einen entsprechenden Schritt zu erwägen.

Einen Zeitplan für die Verlegung der US-Botschaft gibt es bisher nicht. Auch Morales äußerte sich dazu nicht. Guatemala und Israel haben seit langem enge Beziehungen, insbesondere in Sicherheitsfragen. Israel liefert Waffen an das mittelamerikanische Land.

Netanjahu hatte nach Trumps Entscheidung damit gerechnet, dass andere Staaten folgen würden. In den vergangenen Jahren warb er um Unterstützung in Lateinamerika, um bei Gesprächen mit den Vereinten Nationen einen Gegenpol zur Hilfe für die Sache der Palästinenser aufzubauen. Netanjahu lobte Morales' Entscheidung und erklärte, dies sei schon nun das zweite Land, das Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkenne. „Das ist nur der Anfang, und er ist wichtig.“

In der vergangenen Woche erklärte die UN-Vollversammlung die US-Entscheidung mit klarer Mehrheit für null und nichtig. Das völkerrechtlich nicht bindende Votum von 128 zu 9 war zwar ein Erfolg für die Palästinenser, aber nicht so groß wie von ihnen erhofft. 35 Nationen enthielten sich bei der Abstimmung, 21 weitere erschienen gar nicht erst.

Von RND/AP

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