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Politik Gründet Frauke Petry jetzt „Die Blauen“?
Nachrichten Politik Gründet Frauke Petry jetzt „Die Blauen“?
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13:05 27.09.2017
Gründen sie gemeinsam eine neue Partei? Frauke Petra und ihr Ehemann Marcus Pretzell. Quelle: imago stock&people
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Berlin

Die Web-Präsenz „dieblauen.de“ verwirrt das politische Berlin. Zwar sind auf der Internetseite noch keine Inhalte hinterlegt. Doch im Netz kursiert ein Screenshot der Anmeldung: Demnach wurde die Seite am 3. Juli auf Frauke Petry registriert. Als Postadresse dient das Pfarrhaus ihres Ex-Mannes in Tautenhain bei Leipzig. Das dürfte Sicherheitsgründe haben; Petry, die überall hin von Personenschützern begleitet wird, würde ihre aktuelle Adresse nie in einem öffentlich zugänglichen Dokument hinterlegen.

Schreitet die Spaltung der AfD also weiter voran? Am Dienstag verließen Petry und ihr aktueller Ehemann Marcus Pretzell ihre Fraktionen in Sachsen und NRW, kündigten den Austritt aus der Partei an. Am Mittwochmorgen deutete Pretzell im ZDF eine Neugründung ziemlich deutlich an: „Es gibt derzeit keine Partei, die in der Lage ist, politische Veränderungen in diesem Land herbeizuführen, und wenn es keine gibt, dann muss man... Lassen Sie sich überraschen, was wir tun werden.“ Man führt sehr viele Gespräche in diesen Tagen, sagte Pretzell weiter.

Petry fehlt „die Zugkraft eines Professor Lucke“

In Berlin setzte die AfD-Fraktion ihre konstituierende Sitzung fort. Alexander Gauland und Alice Weidel wurde am Dienstag mit 86 Prozent Zustimmung zu Fraktionsvorsitzenden gewählt. Die restlichen Posten sollen möglichst schnell vergeben werden. Über „Die Blauen“ gab es gelassene bis herablassende Kommentare. „Das ist ein Schuss ins Wasser“, sagte Martin Renner aus Pretzells Landesverband NRW. „Gestern hätten wir noch damit gerechnet, dass einige gehen“, sagte Niedersachsens Landeschef Armin-Paul Hampel. „Heute nicht mehr.“ Die 93 Abgeordneten hätten am Dienstag „so toll zusammengearbeitet“, sagte Parteisprecher Christian Lüth, „da wäre ein Austritt heute sehr unglaubwürdig.“ Und auch am Mittwoch zählte die Fraktion wieder 93 Mitglieder bei ihrer Sitzung – kein Anschein also, dass weitere Mitglieder nach dem Vorbild von Petry der AfD den Rücken kehren.

Die mögliche Neugründung sei „zum Scheitern verurteilt“, sagte Weidel kühl. Petry habe nicht „die Zugkraft eines Professor Lucke.“ Der knappe Kommentar ist besonders vernichtend, da ja auch Lucke mit seiner Neugründung krachend scheiterte, Nüchtern betrachtet, werden die „Blauen“ in naher Zukunft keine große Rolle im Bundestag spielen.

Die AfD ärgert die neue Präsenz dennoch, schließlich gibt es nun eine Konkurrenz um die politische Farbe Blau. „Wir werden Schritte prüfen“, kündigte Renner an, auf den das AfD-Logo zurückgeht. Auf Twitter kündigte die ominöse neue Gruppe eine baldige erste Pressekonferenz an. Eine Bestätigung, dass Petry und Pretzell dahinterstecken, gibt es von Petrys Sprecher nicht.

Fake-Twitter-Account sorgt für Verwirrung

Unter dem Namen @DieBlauen twitterte die vermeintlich neu formierte Partei um Petry am Mittwochmorgen „Hier in Kürze mehr zur Parlamentariergruppe „Die Blauen“ im Deutschen Bundestag.“. Schnell stellte sich der Account allerdings als Fake heraus. Auch der in einem Tweet erwähnte Satiriker Jan Böhmermann – dem man eine solche Aktion durchaus zutrauen würde – sei nicht Teil der Fälscher des Accounts.

Von Jan Sternberg/RND

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