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Politik Geheimdienstler erbost über Trumps Auftritt
Nachrichten Politik Geheimdienstler erbost über Trumps Auftritt
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08:42 22.01.2017
Scharfer Kritiker von Trump: der ehemalige CIA-Chef John Brennan. Quelle: AFP
Washington

Der frühere CIA-Direktor John Brennan hat verärgert auf den Auftritt des neuen US-Präsidenten Donald Trump in der Zentrale des US-Geheimdienstes reagiert. Er sei zornig und zutiefst betrübt, dass Trump seine Rede vor der Erinnerungsstätte für getötete CIA-Agenten zur Selbstverherrlichung genutzt habe, erklärte Brennan am Sonnabend Abend (Ortszeit). Der Präsident solle sich dafür schämen.

Trump hatte bei seinem CIA-Besuch für Kopfschütteln gesorgt. Er hatte den Medien vorgeworfen, die Zahl seiner Zuschauer bei den Feierlichkeiten zur Amtseinführung am Freitag absichtlich als zu niedrig dargestellt hätten. Trump äußerte diese Anschuldigung zunächst bei einem Besuch im CIA-Hauptquartier und löste damit bereits Stirnrunzeln aus.

Danach schickte er seinen Sprecher Sean Spicer in den Pressekonferenz-Raum des Weißen Hauses – wo dieser sogar so weit ging, den Medien mit Konsequenzen zu drohen, wenn sich nichts ändere.

„Es wird in den Medien viel über die Verantwortung der Medien geredet, den Präsidenten zur Rechenschaft zu ziehen“, sagte Spicer. „Und ich bin hier, um Ihnen zu sagen, dass dies eine Zweibahnstraße ist. Wir werden die Medien ebenfalls zur Rechenschaft ziehen. Das amerikanische Volk hat Besseres verdient.“

Hintergrund des Disputs sind anscheinend zum Teil in einem Tweet verbreitete Fotos, die den Publikumsandrang bei der Vereidigung Trumps und der seines Vorgängers Barack Obama vor acht Jahren zeigen – mit einer Fläche, die im Fall Obama dicht bevölkert, bei Trump dagegen fast menschenleer ist. Das Foto sei absichtlich in einem bestimmten Ausschnitt aufgenommen worden, um die „enorme“ für Trump am Freitag gezeigte Begeisterung zu „minimieren“, sagte Spicer. Derartige Versuche seien „schändlich“ und „falsch“.

Auf Twitter lösten die Einlassungen Spicers vielfach empörte Reaktionen aus. Er mache sich lächerlich und sei kein Pressesprecher, sondern ein Propagandaminister, monierten Nutzer.

Brennan war seit 2013 CIA-Chef. Trump hat den Abgeordneten Mike Pompeo als dessen Nachfolger nominiert.

Von RND/dpa

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