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Politik Gauck wünscht sich DDR-Hit zum Abschied
Nachrichten Politik Gauck wünscht sich DDR-Hit zum Abschied
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08:19 17.03.2017
Abschied von Schloss Bellevue: Bundespräsident Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt. Quelle: dpa
Berlin

Mit einem Großen Zapfenstreich wird Bundespräsident Joachim Gauck nach fünf Jahren aus dem Amt verabschiedet. Bei der militärischen Zeremonie im Park von Schloss Bellevue werden am Freitagabend unter anderen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, Bundesinnenminister Thomas de Maizière und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller erwartet. Kanzlerin Angela Merkel fehlt, weil sie in Washington US-Präsident Donald Trump besucht. Insgesamt sind etwa 600 Gäste geladen.

Zum Zapfenstreich hat Gauck, wie es Tradition ist, das Musikprogramm ausgewählt. Unter anderem wird zu seinen Ehren der DDR-Hit „Über sieben Brücken musst du gehen“ der Band Karat gespielt. Außerdem hat sich der frühere DDR-Pastor das Volkslied „Freiheit, die ich meine“ und das Kirchenlied „Eine feste Burg ist unser Gott“ ausgesucht.

Steinmeier übernimmt

Gauck scheidet offiziell am Sonnabend aus dem Amt. Von Sonntag an hat Deutschland ein neues Staatsoberhaupt: Bei einer symbolischen Übergabe im Schloss Bellevue übernimmt Frank-Walter Steinmeier (61) das Amt. Der frühere Außenminister ist der 12. Präsident der Bundesrepublik Deutschland. Gauck (77) hatte auf eine zweite Amtszeit verzichtet.

Von Montag an führt Steinmeier die Amtsgeschäfte. Als Chef des Präsidialamts und seiner rund 200 Mitarbeiter bringt er seinen Vertrauten Stephan Steinlein mit, der schon im Auswärtigen Amt Staatssekretär war. Am Mittwoch wird Steinmeier vor Bundestag und Bundesrat vereidigt. In seiner ersten größeren Rede als Präsident wird er seine politischen Schwerpunkte für die nächsten fünf Jahre vorstellen.

Nach den vorzeitigen Rücktritten von Horst Köhler (2010) und Christian Wulff (2012) ist es der erste reguläre Wechsel im Schloss Bellevue seit 2004. Steinmeier war als SPD-Kandidat auch von der Union unterstützt worden und erhielt bei seiner Wahl am 12. Februar auch Stimmen von Grünen und FDP.

Woher kommt das Wort „Zapfenstreich“?

Der Große Zapfenstreich ist das höchste militärische Zeremoniell der Bundesrepublik. Seine Anfänge gehen bis ins 16. Jahrhundert zurück. Seinerzeit gab ein deutscher Militärbeamter den Soldaten das Zeichen zur Nachtruhe: Er ging durch die Gasthäuser und versetzte dem Verschluss eines Fasses, dem Zapfen, einen Schlag (oder Streich). Es durften dann keine Getränke mehr ausgeschenkt werden. Wohl seit dem Feldherrn Albrecht von Wallenstein (1583-1634) wurde den Wirten mit Trompete, Flöte oder Trommel das Signal gegeben, die Fässer zu schließen. Der heute noch gebräuchliche Ablauf des Zapfenstreichs wurde erstmals am 12. Mai 1838 in Berlin aufgeführt.

Von dpa/RND