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Politik Gauck bringt seine Amtszeit auf einen Satz
Nachrichten Politik Gauck bringt seine Amtszeit auf einen Satz
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22:41 02.02.2017
Im Interview spricht Joachim Gauck auch darüber, wie er sich sein Leben nach dem Amt als Bundespräsident vorstellt. Quelle: Thomas Trutschel/photothek.net
Berlin

Kurz vor dem Ende seiner Amtszeit als Bundespräsident hat Joachim Gauck sein Wirken auf einen Nenner gebracht. Im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) sagte Gauck, ihm wäre es recht, wenn von seiner Amtszeit folgender Satz hängen bliebe: „Die Freiheit der Erwachsenen heißt Verantwortung.“ Für sich selbst bilanzierte Gauck: „Ich würde mir gerne bei Willy Brandt etwas abgucken: Man hat sich bemüht.“

Bundespräsident Joachim Gauck hat mit seinen Äußerungen zu Themen wie Terror, Flüchtlinge, Krieg und Frieden immer wieder Diskussionen ausgelöst. Eine Auswahl:

Der Bundespräsident kündigte an, er wolle auch zukünftig weiter in Berlin leben bleiben, „möchte aber auch immer wieder Zeit in meiner Heimat, an der Ostsee verbringen“. Er könne einfach nicht anders: „Ich bin und bleibe tief in meinem Herzen ein Mecklenburger – egal wo ich lebe.“ Die Rostocker und „die Fischländer“ werden ihn deshalb gewiss häufiger zu sehen bekommen als in den vergangenen fünf Jahren.“

Eine Rückkehr in den Predigt-Alltag als Pastor schloss Gauck aus. Er sei „im guten Einvernehmen mit der Kirche“ seit 1990 laisiert. Die Pastorenzeit sei „sehr schön und sehr ernsthaft“ gewesen, „aber sie gehört der Vergangenheit an“.

Rückblickend meinte Gauck, dass es jeder Amtsinhaber mit sich selbst ausmachen müsse, ob er sich vielleicht zu wichtig nehme. „Aber seien Sie gewiss, in diesem Amt lernt man Demut.“ Der Bundespräsident begebe sich in viele Debatten hinein, ohne dass er Teilnehmer des politischen Entscheidungsprozesses sei. „Auch das lehrt Demut. Übrigens: Ein gesundes Selbstbewusstsein mit dem Wissen zu verbinden, nicht für alles politisch verantwortlich zu sein, gibt einem auch die Freiheit hier und da ein offenes Wort gelassen auszusprechen.“

Klare Worte fand Gauck auch gegenüber dem US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump. Der 77-Jährige stellte sich hinter die Anti-Trump-Demonstranten. Er sei „befremdet und auch besorgt“ über die jüngsten Entwicklungen in den USA. „Amerika war in den Augen vieler Menschen, war auch in meinen Augen immer ein Leuchtturm der Freiheit und ein sicherer Hafen für persönliche und politische Hoffnungen.“

Kurz vor dem Ende seiner Amtszeit hat Joachim Gauck Stellung bezogen zur Regierung Donald Trump. Das Einreiseverbot sei „den USA nicht würdig“. Er sei „befremdet und auch besorgt“.

Von RND/Wolfgang Büchner/Dieter Wonka

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