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Politik Gabriel fordert Deeskalation: „Zwist“ stärke den IS
Nachrichten Politik Gabriel fordert Deeskalation: „Zwist“ stärke den IS
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15:55 07.06.2017
Außenminister Sigmar Gabriel (SPD, r) und der saudi-arabische Amtskollege Adel bin Ahmed Al-Jubeir unterhalten sich am 07.06.2017 nach einer gemeinsamen Pressekonferenz im Auswärtigen Amt in Berlin. Quelle: Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa
Berlin

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel hat in der Krise um das Golf-Emirat Katar zu Deeskalation aufgerufen. „Wir sind überzeugt, dass ein Zwist unter Partnern und Nachbarn am Ende nur die Falschen stärkt“, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch in Berlin nach einem Gespräch mit dem saudischen Außenminister Adel Al-Dschubair. In der Region mit ohnehin großer Anspannung müsse die Koalition gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) erhalten bleiben, forderte Gabriel.

Al-Dschubair blieb bei der saudischen Kritik an Katar. „Wir sehen Katar als Bruderstaat, als Partner. Aber auch einem Bruder muss man etwas sagen, wenn etwas richtig oder falsch ist“, sagte der Minister. Er hoffe, dass Katar jetzt die „richtigen Schritte ergreifen“ werde, um die Krise zu beenden.

Bundesregierung: Isolation ist nicht zielführend

Die Bundesregierung hat derweil alle Beteiligten aufgerufen, „zum Dialog zurückzukehren und die diplomatischen Spannungen wieder abzubauen“. Berlin habe die Entscheidung Saudi-Arabiens und anderer Länder am Golf, Katar zu isolieren, „mit Sorge zur Kenntnis genommen“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. Er fügte hinzu: „Die weitergehende Isolation eines einzelnen Landes halten wir dabei nicht für zielführend.“

Der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Schäfer, sagte, es gebe in der Region ohnehin „genügend Konflikte, nicht nur auf der Arabischen Halbinsel“.

Russische Hacker für Krise verantwortlich?

Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und weitere Staaten hatten am Montag die diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen. Sie beschuldigen das Emirat, Terrororganisationen wie den IS zu unterstützen. Sie fordern das Emirat auf, dies zu stoppen. Gleichzeitig stoßen sich die Staaten an den angeblich guten Beziehungen Katars zum schiitischen Iran.

Gabriel forderte alle Staaten der Region auf, sich gegen eine Finanzierung des IS auszusprechen. Auch über Saudi-Arabien habe es Informationen gegeben, dass von dort aus „privaten Kreisen“ und Stiftungen Terroristen unterstützt worden seien. Zudem dürfe es keine „reine Konfrontationspolitik“ gegen den Iran geben.

Am Mittwoch wurde zudem bekannt, dass das FBI US-Medien zufolge russische Hacker für die Krise in der Region verantwortlich mache. Die Ermittler gehen demnach davon aus, dass die Angreifer mit einer Fake-News Kampagne die Region destabilisieren wollten.

Von RND/dpa