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Politik Fünf Länder brechen Beziehungen zu Katar ab
Nachrichten Politik Fünf Länder brechen Beziehungen zu Katar ab
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10:09 05.06.2017
Der König Saudi-Arabiens, Salman bin Abdulaziz Al Saud (v.l.), und Abu Dhabis Kronprinz, Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan. Quelle: AP
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Abu Dhabi

Bahrain, Ägypten, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und der Jemen gaben bekannt, dass sie ihr diplomatisches Personal aus Katar zurückziehen würden. Saudi-Arabien teilte auch mit, dass katarische Soldaten aus dem laufenden Krieg im Jemen abgezogen würden, wo die Saudi-Araber eine Koalition gegen schiitische Huthi-Rebellen anführen. Zudem müssen Katars Diplomaten die vier Länder auf deren Wunsch hin verlassen.

Die Entscheidung der Länder vergrößert die Spaltung unter Golfnationen wegen Katars mutmaßlicher Unterstützung für islamistische Gruppen und seiner Beziehungen zum Iran. Katar hat bestritten, extremistische Gruppen zu finanzieren. Katar ist ein wichtiger finanzieller Unterstützer des von der radikalislamischen Hamas kontrollierten Gazastreifens. Zudem beherbergt es seit 2012 den im Exil lebenden Hamas-Funktionär Chaled Maschaal. Westliche Vertreter haben Katar vorgeworfen, die Finanzierung von sunnitischen Extremisten wie dem Al-Kaida-Ableger in Syrien zuzulassen oder sogar dazu zu ermutigen.

Das an Erdgas reiche Land soll 2022 Gastgeber der Fußball-Weltmeisterschaft sein. In Katar befindet sich auch ein wichtiger US-Militärstützpunkt.

Luft und Schiffverkehr nach Katar soll eingestellt werden

Bahrain, Ägypten, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate planten nach eigenen Angaben auch, den Luft- und Schiffverkehr nach Katar zu beenden. Die Fluggesellschaft Etihad mit Sitz in Abu Dhabi teilte mit, sie werde Flüge nach Katar aussetzen. „Ab dem 6. Juni werden wir alle Flüge nach und von Doha bis auf Weiteres aussetzen“, schrieb die Airline am Sonntagabend beim Kurznachrichtendienst Twitter. Saudi-Arabien gab bekannt, seine Landesgrenze mit Katar zu schließen, wodurch das Land vom Rest der arabischen Halbinsel abgeschnitten würde.

Die Auswirkungen auf Qatar Airways, einen der wichtigsten Langstreckenfluganbieter der Region, der regelmäßig durch saudi-arabischen Luftraum fliegt, waren zunächst unklar.

Der regierende Emir Katars, Tamim bin Hamad al-Thani, hatte am 27. Mai den iranischen Präsidenten Hassan Ruhani angerufen, um ihm zur Wiederwahl zu gratulieren. Damit wies er Saudi-Arabiens Bemühungen zurück, Katar bei der Politik gegen den schiitisch regierten Iran auf Linie zu bringen. Das sunnitische Königreich Saudi-Arabien betrachtet den Iran als seinen größten Feind und als Gefahr für regionale Stabilität.

Saudi-Arabien wirft Katar Terror-Unterstützung vor

Saudi-Arabien begründete die Einstellung der diplomatischen Beziehungen mit Katars Unterstützung für „diverse terroristische und sektiererische Gruppen mit dem Ziel, die Region zu destabilisieren“. Dazu gehörten die Muslimbruderschaft, Al-Kaida und die Terrormilz Islamischer Staat. Das ägyptische Außenministerium warf Katar vor, eine „antagonistische Einstellung“ gegenüber Ägypten einzunehmen.

Bahrain führte seine Entscheidung auf Katars „Medienanstiftung, Unterstützung für bewaffnete terroristische Aktivitäten und Finanzierung“ zurück, „die mit iranischen Gruppen in Verbindung steht, um Sabotage auszuführen“.

Katar hatte Ende Mai erklärt, dass Hacker die Internetseite seiner staatlichen Nachrichtenagentur übernommen und unechte Kommentare über den Iran und Israel veröffentlicht hätten, die von seinem Emir stammen sollen. Die arabischen Nachbarn reagierten mit Ärger und blockierten Medien mit Sitz in Katar, darunter der Nachrichtensender Al-Dschasira.

Katar wird schon seit Längerem von seinen arabischen Nachbarn wegen mutmaßlicher Unterstützung für Islamisten kritisiert. Golfländer angeführt von Saudi-Arabien hatten sich mit Katar wegen dessen Stützung für den damaligen ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi, einem Mitglied der Muslimbruderschaft, zerworfen. Im März 2014 riefen Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain ihre Botschafter aus Katar zurück.

Von RND/ap

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