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Nachrichten Politik Freispruch für Deniz Naki
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11:53 08.11.2016
Kann sich wieder auf Fußball konzentrieren: Deniz Naki. Quelle: imago sportfotodienst
Diyarbakir

Der Fußballprofi Deniz Naki ist in der Türkei vom Vorwurf der Terrorpropaganda freigesprochen worden. Der Staatsanwalt in der Kurden-Metropole Diyarbakir beantragte die Einstellung des Verfahrens. Nakis Äußerungen seien von der Meinungsfreiheit gedeckt.

Der frühere Bundesligaprofi mit kurdischen Wurzeln hatte nach dem Pokalsieg seines Drittligisten Amed SK gegen den Erstligaklub Bursaspor auf Facebook geschrieben: „Wir schulden all jenen Dank, die uns nicht alleine gelassen haben – den Politikern, Künstlern, Intellektuellen und unserem Volk – und wir widmen und schenken diesen Sieg jenen, die bei den seit mehr als 50 Jahren auf unserem Boden andauernden Grausamkeiten ihr Leben verloren haben und verletzt worden sind. Auf Kurdisch fügte er hinzu: „Es lebe die Freiheit.“

Zeigen das Trikot aus St-Pauli: Die Linken-Politiker Martina Renner und Jan van Aken. Quelle: Twitter

„Der Freispruch ist sicherlich auch wegen des internationalen Drucks erfolgt“, sagt der deutsche Bundestagsabgeordnete Jan van Aken. Mehrere Politiker der Linken waren zum Prozess nach Diyarbakir geflogen. Die Delegation überreichte Naki vor Prozessbeginn ein Trikot seines ehemaligen Vereins FC St. Pauli mit den Unterschriften des kompletten Kaders. Auch der deutsche Gesandte bei der Botschaft in Ankara war beim Prozess anwesend, was der Staatsanwalt in seinem Plädoyer besonders hervorhob.

Naki zeigte sich nach dem Prozess erleichtert und überglücklich. „Ich habe mich immer dafür eingesetzt, dass das kurdische Volk ohne Krieg leben kann“, sagte er. „Die Siege von Amedspor widme ich meinen Leuten“, sagte er.

Deniz Naki freut sich über die Unterstützung aus der Heimat. Quelle: Twitter

Naki (27) wurde in Düren im Rheinland geboren. Der deutsch-türkische Fußballer spielte als Jugendlicher für Bayer Leverkusen, später für St. Pauli und den SC Paderborn. Vor drei Jahren wechselte er in die Türkei, 2015 dann nach Diyarbakir. Nakis Club Amed SK ist nach dem kurdischen Namen der Stadt benannt. Stadionsprecher im Rest der Türkei vermeiden es, den Namen zu nennen, sprechen meist nur vom „den anderen“ oder „dem Gegner“. Den Namen der Stadt hat Naki auf Kurdisch auf den rechten Unterarm tätowieren lassen. Das Wort „Azadi“, kurdisch für „Freiheit“, trägt Naki auch als Tätowierung auf dem linken Unterarm.

Bereits am Mittwoch läuft Naki wieder für Amed SK in einem Ligaspiel auf. In der Gruppenphase des türkischen Pokals trifft der Drittligist in Kürze dann wieder auf zwei Spitzenmannschaften: Fenerbahce und Ankara.

Von RND/Jan Sternberg

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