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Politik Flüchtlings-Satire: Bundespressekonferenz entschuldigt sich
Nachrichten Politik Flüchtlings-Satire: Bundespressekonferenz entschuldigt sich
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16:58 30.11.2016
Im „Almanach“ zum Bundespresseball, den die Ballgäste bekamen, bot eine „Bundesbade-Agentur“ ein „Vorschul-Flüchtlingsschwimmen (ab 3 Jahre)“ an. Für den Beitrag hagelte es Kritik. Quelle: dpa
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Berlin

„Herzlich willkommen in der Schwimmschule Refugium“ – so beginnt der umstrittene Beitrag im diesjährigen Almanach des Bundespresseballs. Die fiktive „Bundesbade-Agentur“ bietet dort den Kurs „Vorschul-Flüchtlingsschwimmen (ab 3 Jahre)“ an, „mit Festhalten an Treibgut, Tauchen bei hohem Wellengang, Springen vom Schlauchbootrand und Atemtechniken bei Nacht und Kälte“. Eine Karte zeigt das Mittelmeer als Schwimmschule.

Bundespressekonferenz: Beitrag testet Grenzen von Satire aus

Für die Satire-Aktion hagelte es Kritik. Der Korrespondent der „Süddeutsche Zeitung“, Robert Roßmann, bezeichnete die Broschüre als „menschenverachtend“. Grünen-Bundesvorsitzende Simone Peter schrieb dazu: „So viel Zynismus und Menschenfeindlichkeit macht fassungslos.“ Medienjournalistin Silke Burmester twitterte: „Der #Bundespresseball ein Fall für den #Presserat.“ Podcaster Tilo Jung („Jung & Naiv“) verteidigte hingegen die Aktion: „Satire ist Geschmackssache.“

Die Bundespressekonferenz entschuldigte sich für die Satire. Der Vorstand bedauere, dass „mit diesem Beitrag Gefühle und Wertvorstellungen verletzt worden“ seien, steht in einer Erklärung aus Berlin vom Mittwoch. „Dafür bitten wir um Entschuldigung.“

Nach der Erklärung des Vereins war der Beitrag „im Vorfeld kontrovers diskutiert“ worden. „Es war die Absicht der Autoren, in überspitzender Form auf die Katastrophe von Tausenden von Toten im Mittelmeer aufmerksam zu machen und zur Diskussion über das Schleusertum anzuregen. In einer redaktionellen Endabstimmung haben Herausgeber und Redaktion mit Mehrheit entschieden, dass dieser Beitrag die Grenzen der Satire zwar austestet, aber nicht überdehnt.“

Kritik auch aus den eigenen Reihen

Am Presseball in Berlin – Treff für Presse und Politik – hatte am Wochenende unter anderem Bundespräsident Joachim Gauck teilgenommen.

Der jährliche Satire-Almanach zum Bundespresseball erscheint seit 1951. Ein erstes Statement aus dessen ehrenamtlicher Redaktion hatte in der Nacht zu Mittwoch der Journalist Jens Peter Paul abgegeben.

„Tatsächlich ist das Stück ganz bitter und böse. Es ist anstößig. Es war Gegenstand mehrerer intensiver Diskussionen. Es gefällt mir selbst absolut nicht. Und lustig ist es erst recht nicht. Aber – Überraschung – das soll es auch nicht.“ Es sei eine Reaktion auf den deutsch-türkischen Flüchtlings-Deal und den massenhaften Tod von Menschen im Mittelmeer.

Von RND/dpa

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