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Politik Fast jeder zehnte Rentnerhaushalt von Armut bedroht
Nachrichten Politik Fast jeder zehnte Rentnerhaushalt von Armut bedroht
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13:19 01.12.2015
Fast jeder zehnte Rentnerhaushalt liegt in Deutschland bei weniger als 50 Prozent des Durchschnittseinkommens. Quelle: Rolf Vennenbernd/Illustration
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Berlin

Rentner in Deutschland haben ein deutlich höheres Armutsrisiko als Rentner in anderen EU-Ländern wie Frankreich, den Niederlanden oder Dänemark.

Fast jeder zehnte Rentnerhaushalt liegt in Deutschland bei weniger als 50 Prozent des Durchschnittseinkommens. Damit liegt das Armutsrisiko der Älteren hier aber immer noch unter dem OECD-Durchschnitt. Das geht aus einer am Dienstag in Berlin vorgestellten Erhebung hervor, in der die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) die Rentensysteme der Mitgliedstaaten vergleicht.

Das Armutsrisiko der Rentnerhaushalte in Deutschland liegt bei 9,4 Prozent, in den Niederlande sind es 2, in Frankreich 3,8, in Dänemark 4,6 Prozent. Der OECD-Durchschnitt liegt bei 12,6 Prozent. Deutlich mehr vergleichsweise arme Rentner gibt es etwa in Estland (12,6 Prozent), der Türkei (18,4) und Japan (19,4).

Mit 62,7 Jahren liegt das tatsächliche Rentenalter in Deutschland laut der Studie unter OECD-Schnitt. Der Anteil der Älteren im Job ist in den vergangenen Jahren in keinem OECD-Land so stark gestiegen wie in Deutschland - allerdings von vergleichsweise niedrigem Niveau. Bei den 55- bis 64-Jährigen stieg er von 42 Prozent 2004 bis 66 Prozent im vergangenen Jahr. Beim Anteil der 55- bis 64-Jährigen, die noch erwerbstätig sind, liegt Deutschland deutlich über OECD-Durchschnitt, nicht aber bei den über 65-Jährigen.

Seine Rentenfinanzen kann Deutschland im OECD-Vergleich vergleichsweise gut im Griff behalten. Die Ausgaben der gesetzlichen Rentenversicherung steigen laut der Studie bis 2060 von rund 10 auf knapp 13 Prozent des Bruttosozialprodukts. Trotz immer mehr Älterer habe Deutschland durch Reformen der vergangenen Jahre sein Rentensystem stabilisiert, sagte die OECD-Rentenexpertin Monika Queisser.

dpa

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