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Politik Erdogan spricht von einem „barbarischen geplanten Mord“
Nachrichten Politik Erdogan spricht von einem „barbarischen geplanten Mord“
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14:48 23.10.2018
Die saudi-arabischen Behörden müssten enthüllen, wer genau die Tötung Khashoggis geplant habe, sagte Recep Tayyip Erdogan während einer Fraktionssitzung. Quelle: AP
Ankara

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat im Fall des getöteten Journalisten Jamal Khashoggi von einem „barbarischen geplanten Mord“ gesprochen. Die Türkei habe „starke Beweise in der Hand“, sagte er während einer Fraktionssitzung seiner islamisch-konservativen Regierungspartei AKP in Ankara.

Bahnbrechend neue Details gab Erdogan allerdings wider Erwarten nicht preis. Die Türkei erwarte von Saudi-Arabien, alle Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen, sagte Erdogan. Er hatte die mit Spannung erwartete Erklärung am Sonntag selbst angekündigt und gesagt, er werde „ins Detail“ gehen.

Bislang hatten die türkischen Behörden noch keine Stellungnahme zum offiziellen Stand der Ermittlungen abgegeben. Khashoggi war am 2. Oktober letztmalig lebend gesehen worden, als er in das saudi-arabische Konsulat in Istanbul gegangen war. Seit dem Verschwinden des Mannes hatten Regierungsmitglieder und Angehörige der Sicherheitskräfte anonym Informationen an türkische und US-Medien weitergegeben, ohne jedoch Beweise vorzulegen. Auch woher die Informationen stammten, blieb unklar.

Das Foto zeigt den getöteten Journalisten Jamal Khashoggi. Saudi-Arabien gab zu, dass er in der Botschaft in Istanbul zu Tode kam. Quelle: AP

Saudi-Arabien gab nach Tagen der Dementis zu, dass Khashoggi gestorben sei - während eines „Faustkampfes“, wie das Königreich beteuerte. Vonseiten der Türkei wird dagegen davon ausgegangen, dass der 59 Jahre alte Journalist bewusst von einem saudi-arabischen Kommando angegriffen und getötet worden sei.

„Werden umsetzen, was das internationale Recht verlangt“

Erdogan wandte sich in seiner Rede auch an Riad. Der Vorfall habe sich zwar in der Botschaft, aber in Istanbul ereignet. Die 15 Beschuldigten müssten in Istanbul angeklagt werden. „Die Tat ereignete sich hier, deshalb muss auch die Gerichtsverhandlung hier stattfinden“, sagte er. „Wir werden das umsetzen, was das internationale Recht von uns verlangt.“ Weiter sagte er: „Wenn es sich hier um einen politischen Mord handelt, ist es wichtig, weltweit nach Mitschuldigen zu suchen.“

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Der türkische Außenminister Mevlüt Cavosoglu hatte zuvor gemeinsame Ermittlungen mit den Vereinten Nationen, internationalen Gerichten und anderen Institutionen angeboten. Cavosoglu bekräftigte , dass die Türkei weiter ermitteln werde. „Wir haben eine gemeinsame Ermittlung mit den Saudis, aber der Istanbuler Staatsanwaltschaft führt auch eine eigene Ermittlung durch“, sagte er.

Saudi-Arabien kündigt ebenfalls Ermittlungen an

Saudi-Arabien will nach eigenen Angaben dafür sorgen, dass sich ein Fall wie die Tötung Khashoggis nicht wiederholt. Das Königshaus habe sich zu einer umfassenden Ermittlung verpflichtet, welche die Wahrheit enthüllen soll, sagte der saudische Außenminister Adel al-Dschubair bei einem Besuch in der indonesischen Hauptstadt Jakarta. Die Verantwortlichen würden zur Rechenschaft gezogen. „Verfahren und Mechanismen“ sollten sicherstellen, „dass so etwas nie wieder passiert“, sagte er.

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Von RND/AP/dpa/ngo

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