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Politik Ex-Guerilla-Chef will Präsident werden
Nachrichten Politik Ex-Guerilla-Chef will Präsident werden
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19:48 01.11.2017
Luciano Marin, alias „Ivan Marquez“, langjähriger Chef der Farc-Guerilla, verkündet, dass Rodrigo Londoño für das Amt des Präsidenten kandidieren wird. Quelle: dpa
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Bogotá

Londoño, der zu Kampfzeiten den Namen „Timochenko“ trug, hatte mit Präsident Juan Manuel Santos 2016 nach vierjährigen Verhandlungen den Friedensvertrag unterzeichnet. Santos, der bei der Wahl am 27. Mai 2018 nicht mehr kandieren kann, erhielt den Friedensnobelpreis. Londoño will zusammen mit der linken Politikerin Imelda Daza kandidieren.

Rund 7000 Kämpfer hatten bis Mitte des laufenden Jahres alle Waffen den Vereinten Nationen überreicht. Die linke Farc, 1964 entstanden aus der Unterstützung von Bauern, die Land besetzt hatten, wollen ihre Ziele nun als Partei politisch durchsetzen - ihnen werden zunächst zehn Kongresssitze garantiert.

Ehemalige Kämpfer der Farc-Guerrilla stellen am 01.11.2017 auf einer Pressekonferenz in Bogota (Kolumbien) ihre Kandidaten für die Präsidentschaftswahl 2018 vor. Ein halbes Jahrhundert haben die linken Farc-Rebellen den kolumbianischen Staat erbittert bekämpft. Quelle: dpa

1984 hatte man das mit der Partei Unión Patriótica (UP) schon einmal versucht. Rechte Paramilitärs töteten aber Tausende Anhänger und Politiker der UP. Insgesamt fielen in über 50 Jahren beim längsten Konflikt der westlichen Hemisphäre mehr als 220 000 Menschen Guerilla, Streitkräften und rechten Paramilitärs zum Opfer. Zuletzt starben kaum noch Menschen durch Landminen. Zehntausende Flüchtlinge konnten in ihre Dörfer zurückkehren.

Sorge bereitet aber, dass in vielen von der Farc bis vergangenes Jahr kontrollierten Gebieten andere kriminelle Banden versuchen, die Kontrolle etwa über den Kokaanbau und den Drogenhandel zu gewinnen. Zudem gibt es noch keinen Friedensvertrag mit der letzten Guerilla, der kleineren ELN. Seit dem Besuch von Papst Franziskus in Kolumbien im September gilt aber auch mit dieser Gruppierung ein Waffenstillstand.

Von dpa/RND

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