Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Politik Erste Spur des Paketbomben-Absenders führt nach Florida
Nachrichten Politik Erste Spur des Paketbomben-Absenders führt nach Florida
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:34 26.10.2018
Ein Foto des FBI zeigt eines der Pakete, das zu Beginn der Woche an mehrere Personen geschickt wurde. Quelle: action press
Washington

Nach der Entdeckung von Paketbomben an prominente Kritiker von US-Präsident Donald Trump fahnden Ermittler im ganzen Land mit Hochdruck nach dem Absender. Eine erste Spur führe nach Florida, wo etliche der Sendungen mit den Rohrbomben aufgegeben worden seien, sagte ein Beamter der Sicherheitsbehörden. Im Interview des Nachrichtensender Fox News bestätigte auch Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen, dass einige Pakete aus dem Staat stammten. Experten setzten zudem die Untersuchungen der Sprengsätze fort.

Nachdem Anfang der Woche eine Paketbombe an das Anwesen des liberalen Milliardärs und Philantropen im US-Staat New York zugestellt wurde, fingen die Behörden weitere Sendungen an Expräsident Barack Obama, dessen frühere Außenministerin Hillary Clinton und deren Mann Bill sowie an andere führende Demokraten ab.

Pakete an zehn Personen versendet

Eine an den Trump-kritischen Ex-CIA-Chef John Brennan adressierte Paketbombe ging im Time Warner Center in New York ein, wo der Sender CNN seine Büros hat. Teile des Gebäudes wurden geräumt. Später tauchten zwei Pakete für Expräsident Joe Biden und eines für Hollywoodstar Robert De Niro auf, deren Inhalt zuvor abgefangenen Sprengsätzen ähnelte. Verletzt wurde bei allen Vorfällen niemand.

Insgesamt nahmen der oder die Täter bisher zehn Personen ins Visier. Ermittler warnten, dass es womöglich nicht vorbei sei. Zwei herrenlose Pakete im Time Warner Center führten am Donnerstagabend zur Teilräumung eines dortigen Einkaufszentrums, doch sprach die Polizei kurz darauf von einem Fehlalarm.

Postortierzentrum in Florida im Fokus

Bei einer Pressekonferenz in New York bekräftigten Behördenvertreter indes, dass die Paketbomben an die Trump-Kritiker „scharf“ gewesen seien. „Als Attrappen stufen wir die Vorrichtungen nicht ein“, sagte Polizeichef James O’Neill. Ermittler rätselten allerdings noch, ob die Rohrbomben tatsächlich hochgehen oder bei Empfängern weniger als zwei Wochen vor den Kongresswahlen in erster Linie Furcht auslösen sollten.

Wie Beamte der Sicherheitsbehörden der Nachrichtenagentur AP sagten, waren die Paketbomben mit Timern und Batterien ausgestattet, jedoch nicht wie Vorrichtungen mit Sprengfallen gebaut, die bei der Öffnung explodieren. Die jüngste Erkenntnis, wonach einige der Pakete aus Florida kamen, habe eine Datenbank mit Bildern von Postsendungen geliefert, die von der Postbehörde aufbewahrt würden, sagte ein Ermittler.

Ein Sprecher des Postal Inspection Service ergänzte, Mitarbeiter und Inspektoren würden Posteinrichtungen nach Paketen durchsuchen, die den zehn gefährlichen Sendungen ähneln könnten, die in den letzten vier Tagen verschickt wurden. Später geriet Polizeikreisen zufolge ein Postsortierzentrum in Opa-Locka nördlich von Miami in den Fokus, das Beamte auf Wunsch der Bundespolizei FBI aufsuchten. Weitere Details wurden zunächst nicht bekannt.

Trump attackiert die Medien

Das Motiv für die gefährlichen Sendungen ist weiter unklar. Klar ist nur, dass sie bekannten Persönlichkeiten galten, die mit Kritik an Trump in Erscheinung getreten sind und selbst Zielscheiben von Verbalattacken des Präsidenten geworden sind. Knapp zwei Wochen vor den Zwischenwahlen zum Kongress überschatten die Bombenfunde den aufgeheizten Wahlkampf im politisch zutiefst gespaltenen Amerika.

Exvizepräsident Biden mahnte seine Landsleute zu mehr Anstand in der politischen Debatte. Amerika müsse „diese Hass-Maschine ausschalten“, erklärte Biden am Donnerstag bei einem Wahlkampfauftritt in Lancaster im US-Staat New York. Demokraten und Republikaner könnten sich etwa bei der Gesundheitsversorgung uneins sein, doch persönliche Attacken „müssen aufhören“.

Trump, den Kritiker wegen seiner politischen Rundumschläge gegen Gegner sowie Ausfälligkeiten in der Verantwortung sehen, hat indes den Medien eine Mitschuld an der vergifteten Atmosphäre im Land gegeben. „Ein sehr großer Teil der Wut, die wir heute in unserer Gesellschaft sehen, wird verursacht von der vorsätzlich falschen und ungenauen Berichterstattung der Mainstream-Medien, die ich als Fake News bezeichne“, twitterte er. „Mainstream-Medien müssen sich zusammenreißen, SCHNELL!“

Ex-CIA-Chef Brennan reagierte prompt: „Hören Sie auf, anderen die Schuld zu geben“, schrieb er auf Twitter. „Ihre aufwieglerische Rhetorik, Beleidigungen, Lügen & Ermunterung zu physischer Gewalt sind schändlich. Reißen Sie sich zusammen...versuchen Sie, sich präsidial zu verhalten.“

Von RND/AP

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Ausreiseverbot gegen Salah Khashoggi wurde aufgehoben. Deshalb konnte der Sohn des getöteten Journalisten nun aus Saudi-Arabien ausreisen.

26.10.2018

Die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles hat ihre Partei mit Blick auf die Landtagswahl in Hessen zur Besonnenheit aufgerufen. „Es ist für die SPD nicht ratsam, übereilt oder gar kopflos zu reagieren“, sagte sie dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

26.10.2018

Die rechts- und verbraucherpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagfraktion, Elisabeth Winkelmeier-Becker, hat den Vorstoß von Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) zurückgewiesen, die Makler-Gebühr beim Verkauf von Häusern und Wohnungen künftig komplett vom Verkäufer bezahlen zu lassen.

26.10.2018