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Nachrichten Politik Ermittler übersahen Waffen-Foto auf Amris Handy
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13:11 27.11.2017
Der Tunesier Anis Amri hat auf einem Berliner Weihnachtsmarkt zwölf Menschen getötet. Quelle: dpa
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Düsseldorf

Das nordrhein-westfälischen Landeskriminalamt hat offenbar das Handy des Berliner Attentäters Anis Amri falsch ausgewertet. Das teilte der Innenminister des Bundeslandes auf einer Pressekonferenz am Montag mit. Mehrere Fotos, die den Täter mit einer Schusswaffe zeigen wurden von den LKA-Ermittlern demnach schlicht übersehen. Nach einem Hinweis aus Berlin wurde die Panne erst kürzlich entdeckt, teilte der Innenminister Nordrhein-Westfalens, Herbert Reul (CDU), am Montag mit. „Die neue Landesregierung setzt sich für die umfassende Aufklärung des schrecklichen Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt ein - unabhängig von Wahlterminen“, sagte Reul auf der Pressekonferenz.

Anis Amri tötete am 19. Dezember 2016 zwölf Menschen als er mit einem Lastwagen in den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz raste. Nach einer internationalen Fahndung erschossen italienische Polizisten den Täter am 23. Dezember in Mailand. Im Zuge der Ermittlungen besteht weiterhin Aufklärungsbedarf. Mehrere grobe Behördenfehler und eine unzureichende Überwachung verhinderten die Abschiebung Amris, der 2016 erstmals vom Landeskriminalamt in NRW als „Gefährder“ eingestuft wurde. „Es hätte eine Chance gegeben, ihn zumindest vorübergehend in Haft zu nehmen“, teilte der frühere Bundesanwalt Bruno Jost im Oktober in einem Anschlussbericht über die Ermittlungsarbeiten von Polizei und anderen beteiligten Behörden mit. Josts Untersuchungen konzentrierten sich auf die Arbeit der Berliner Behörden.

Waffen-Foto durchs Suchraster gefallen

Am 18. Februar 2016 kontrollierten Fahndern Anis Amri in Berlin und beschlagnahmten sein Handy. Auf dem Gerät befanden sich laut dem NRW-Innenministerium insgesamt über 12.000 Mediendateien. Darunter auch ein entscheidendes Foto, das ihn dabei zeigt, wie er eine Schusswaffe in die Kamera hält. Am 29. Februar 2016 schickten die Behörden den gesamten Datensatz an das LKA in Düsseldorf. Das Waffen-Foto fiel dort bei der Auswertung offenbar durchs Raster. „Wir werden deshalb die Standards zur Auswertung großer Datenmengen beim LKA auf den Prüfstand stellen“, sagte Reul.

Es dürfe nicht sein, dass Bilder von minderer Qualität wegen entsprechender Filtereinstellungen unentdeckt bleiben und deshalb nicht ausgewertet werden. „Für mich ist klar, dass Datenauswertung gerade in Terror-Verfahren bedeutet: Alle vorhandenen Daten werden ausgewertet“, betonte der Minister. Es gehe aber nicht nur darum, Fehler der Vergangenheit klar zu benennen. „Wenn es neuere, intelligentere Software gibt, die dabei helfen kann, solche Fehler in Zukunft zu vermeiden, dann: her damit“, so Reul.

Von RND

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