Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / -1 ° Schneeregen

Navigation:
Google+
Erdogan erhebt Nazi-Vorwürfe gegen Europa

Beitrittsverhandlungen Erdogan erhebt Nazi-Vorwürfe gegen Europa

Kanzlerin Merkel und ihr Herausforderer Schulz wollen Erdogans Türkei nicht in der EU sehen. Präsident Erdogan fordert nun eine schnelle Entscheidung von Europa - und erhebt wieder Nazivorwürfe. In Ankara gibt es aber auch Bemühungen, im Streit mit Berlin zu deeskalieren.

Der türkische Präsident strebt weiter hin die EU-Vollmitgliedschaft seines Landes an. Im Ton mäßigt er sich aber nicht.

Quelle: imago/Depo Photos

Istanbul . Angesichts des wachsenden deutschen Widerstands hat der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan eine rasche Entscheidung der EU über den Beitrittsprozess seines Landes verlangt. „Trefft diese Entscheidung so bald wie möglich“, forderte Erdogan. „Sagt es wie ein Mann.“ Zugleich erhob Erdogan am Mittwoch in einer Ansprache vor AKP-Funktionären erneut Nazi-Vorwürfe gegen Europa. „Was geschieht, ist Nazismus. Was geschieht, ist Faschismus“, sagte er. „Bei den Wahlkämpfen habt ihr darum gewetteifert, diese Bezeichnung zu verdienen, das liegt klar auf der Hand.“

Der Präsident betonte, strategisches Ziel seines Landes sei weiterhin die Vollmitgliedschaft in der EU. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat angekündigt, beim EU-Gipfel im Oktober die künftigen Beziehungen zur Türkei und ein mögliches Ende der EU-Beitrittsverhandlungen zu thematisieren. Merkel ist seit jeher gegen eine Vollmitgliedschaft der Türkei. Ihr SPD-Herausforderer Martin Schulz hat für den Fall seines Wahlsiegs angekündigt, sein Ziel sei der Abbruch der seit 2005 laufenden EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei.

Erdogan kritisierte, dass die Türkei und seine Person in Deutschland Wahlkampfthema seien: „Ständig beschäftigen sie sich mit der Türkei. Dauernd beschäftigen sie sich mit Erdogan. Was hat Erdogan Euch denn getan? Finden diese Wahlen etwa in der Türkei statt oder in Deutschland? Kümmert Euch um Eure eigenen Angelegenheiten.“ Die in der Bundesrepublik lebenden Türken forderte er erneut auf, ihre Stimmen „ja nicht den Türkeifeinden“ zu geben. So hatte Erdogan in der Vergangenheit die CDU, die SPD und die Grünen bezeichnet.

Gleichzeitig bemühten sich am Mittwoch Vertreter der politischen Führung in Ankara, den Streit mit Deutschland zu entschärfen. Erdogans Sprecher Ibrahim Kalin sagte in einem Gespräch mit deutschen Journalisten im Präsidentenpalast: „Beide Seiten sollten Schritte unternehmen, die Spannungen zu deeskalieren. Aber wir werden uns keinen Drohungen beugen.“

Von dpa/RND

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Politik
  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

24. Juli 2017 - Alev Doğan in Allgemein

Es gibt eine Wahrheit, vor der auch ich mich schon lange drücke. Eine, die auszusprechen weh tut: Um die Türkei steht es im Moment nicht gut. Ach was, um die Türkei steht es im Moment miserabel.

mehr