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Politik Enges Rennen in der Präsidentenwahl erwartet
Nachrichten Politik Enges Rennen in der Präsidentenwahl erwartet
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09:33 07.08.2017
„Gebt eure Stimme friedlich ab“, fordert ein Graffito auf Swahili an einer Wand in Mombasa. Quelle: dpa
Nairobi

In Kenia wird an diesem Dienstag ein neuer Präsident gewählt. Umfragen deuten auf ein äußerst knappes Rennen zwischen Amtsinhaber Uhuru Kenyatta und Oppositionsführer Raila Odinga hin. Regierung und Opposition werfen sich seit Wochen gegenseitig vor, die Wahlen manipulieren zu wollen. Das schürt die Angst vor Ausschreitungen. Bei Unruhen nach den vorletzten Wahlen 2007 wurden über 1.000 Menschen getötet und Hunderttausende vertrieben.

Die fast 20 Millionen registrierten Wählerinnen und Wähler haben am Dienstag insgesamt sechs Stimmen. Sie wählen auch das Parlament, Senatoren, Gouverneure, die Parlamente der Landkreise und Frauenvertreterinnen. 180.000 Sicherheitskräfte sollen die landesweit knapp 41.000 Wahlstationen bewachen.

Schon die Väter von Kenyatta und Odinga konkurrierten ums Amt

Der 55-jährige Uhuru Kenyatta strebt an der Spitze der Regierungskoalition „Jubilee“ eine zweite Amtszeit an, laut Verfassung wäre das seine letzte. Der 72-jährige Raila Odinga führt die „Nationale Super Allianz“ (NASA), in der sich viele politische Schwergewichte aus unterschiedlichen Volksgruppen des Landes zusammengeschlossen haben.

Amtsinhaber Uhuru Kenyatta ist seit 2013 im Amt. Sein Vater Jomo war erster Präsident des Landes. Quelle: Florian Boillot

In Kenia wird überwiegend entlang ethnischer Linien gewählt. Die beiden aussichtsreichsten der insgesamt zehn Präsidentschaftskandidaten repräsentieren die beiden größten Volksgruppen des Landes: Kenyatta ist Kikuyu, Odinga Luo. Beide gehören einflussreichen Politdynastien an. Schon ihre Väter Jomo Kenyatta und Oginga Odinga konkurrierten um die Vormachtstellung im gerade unabhängig gewordenen Kenia.

Internationaler Strafgerichtshof setzte Verfahren gegen Kenyatta aus

Im Zusammenhang mit den Ausschreitungen von 2007/2008 musste sich Uhuru Kenyatta ab 2010 vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wegen Anstiftung zu Mord, Vertreibung und Raub verantworten. Im Dezember 2014 setzte Chefanklägerin Fatou Bensouda das Verfahren aus Mangel an Beweisen aus. Sie warf der kenianischen Regierung aber vor, das Verfahren mit allen Mitteln sabotiert zu haben.

Uhuru Kenyatta gehört laut Forbes zu den reichsten Männern Afrikas. Grundlage seines Reichtums ist das Firmenimperium, das sein Vater Jomo Kenyatta aufbaute, der erste Präsident Kenias nach der Unabhängigkeit im Jahr 1963. Er regierte das Land bis zu seinem Tod 1978.

Oppositionsführer Raila Odinga kandidiert bereits zum vierten Mal. Quelle: dpa

Raila Odinga kandidiert in diesem Jahr bereits zum vierten und voraussichtlich letzten Mal um die Präsidentschaft. Odinga ging 1962 in die DDR und lernte in Leipzig die deutsche Sprache, bevor er bis 1970 in Magdeburg Maschinenbau studierte. Das erste Mal trat der heute 72-Jährige 1997 erfolglos an. 2007 kandidierte er gegen Kenyattas Vorgänger Mwai Kibaki und unterlag, allerdings war das Ergebnis äußerst umstritten. Die Veröffentlichung des Wahlergebnisses löste die schweren Ausschreitungen aus. Um die politische Krise zu lösen, wurde für Odinga 2008 das Amt des Premierministers geschaffen. Fünf Jahre später unterlag er bei der nächsten Präsidentenwahl gegen Uhuru Kenyatta. Odinga bezeichnete das Ergebnis als gefälscht und zog dagegen vor Gericht, allerdings vergeblich.

Von RND/dpa

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