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Politik Ein Jahr nach Länderspielabsage in Hannover
Nachrichten Politik Ein Jahr nach Länderspielabsage in Hannover
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08:36 17.11.2016
Polizisten nach der Absage des Länderspiels zwischen Deutschland und den Niederlanden in Hannover am 17. November 2015. Quelle: dpa
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Hannover

Früh legte sich DFB-Vize Reinhard Rauball nach den Anschlägen von Paris am 13. November 2015 fest: Die Partie gegen die Niederlande dürfe nicht abgesagt werden. „Der Fußball weicht dem Terror nicht. Man darf denen, die uns das angetan haben, nicht den Triumph gönnen“, betonte er damals. Die Mannschaft war sich nicht so sicher, dass ein Länderspiel eine gute Idee ist. Offenbar waren viele Spieler für eine Absage der Partie. Bundestrainer Joachim Löw schien hin- und hergerissen. Sein Augenblick folgte am Montag, als beschlossen war, dass gespielt werden sollte in Hannover - mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel als Ehrengast.

Spielabsage: Terrorverdacht

Auf der Pressekonferenz proklamierte Löw die Partie zu einem „klaren Symbol für die Freiheit und die Demokratie“. Er wünschte sich, dass die sportliche Rivalität in den Hintergrund rückt und dass „dieses Spiel stattfindet mit ganz anderen Werten und für andere Werte. Wenn wir das Spiel so verstehen, haben wir unabhängig vom Ergebnis gewonnen.“

Doch dieser Sieg war einen Tag später nicht möglich. Löw saß am 17. November 2015 mit seinem Team im Bus auf dem Weg in die HDI-Arena in Hannover. Da kam die Spielabsage: Terrorverdacht. Der Bus kehrt sofort um, fuhr zurück ins Teamquartier. Noch in der Nacht reisten die Spieler ab - alle wollten nach Hause. „Das hat man schon gespürt, dass es die Spieler getroffen hat und dass sie auch verunsichert sind“, sagte Bierhoff.

Weder Waffen noch Sprengstoff wurden gefunden

Wie sich später herausstellte, hatte eine entscheidende Warnung vor einem Terroranschlag durch einen israelischen Geheimdienst zur Absage geführt. Nach dem Vorbild der Pariser Terrorakte wenige Tage zuvor habe auch in Hannover eine Serie von Anschlägen gedroht, berichteten damals mehrere Medien.

Bei Durchsuchungen im Stadion und andernorts in Hannover wurden weder Waffen noch Sprengstoff gefunden, auch Festnahmen gab es nach Darstellung der Polizei nicht. Eine Spur führt zu dem 20-jährigen Mohamad Hasan K.

Wer ist Mohamad Hasan K.?

Der Deutsch-Syrer steht derzeit in Celle als Mitangeklagter der IS-Sympathisantin Safia S. vor Gericht. Er soll von den Plänen des Mädchens gewusst haben, das einen Polizisten im Februar mit einer Messerattacke schwer verletzte.

Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen Mohamad Hasan K., weil er mit den angeblichen Terrorplänen zu tun haben könnte, die zur Absage des Länderspiels führten. Als Ordner im Stadion filmte er sich bei der Räumung und stellte die Sequenz ins Netz mit dem Kommentar: „Betet für Raqqa“ - die syrische Stadt Al-Rakka ist eine Hochburg des IS.

Von RND/fw/dpa

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