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Politik Ein Bravo für Burundi
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16:48 09.10.2017
Das Recht auf Bildung ist keine Frage des Geschlechts: In Burundi lernen Mädchen wie Jungen. Quelle: dpa
Bujumbura

130 Millionen Mädchen weltweit gehen nicht zur Schule. Das sind 130 Millionen potenzielle Ingenieurinnen, Unternehmerinnen oder Politikerinnen, die der Welt verloren gehen. Alles nur, weil kein Geld für ihre Bildung da ist? Nicht nur.

Neun der zehn Länder, in denen es für Mädchen am schwersten ist, in die Schule zu gehen, liegen in Afrika. Süd-Sudan und die Zentralafrikanische Republik führen die Liste an, gefolgt von Niger, wo nur 17 Prozent der Mädchen und Frauen lesen und schreiben können. All diese Länder sind sehr arm. Doch extreme Armut heißt nicht zwingend extreme Bildungsarmut für Mädchen. Das beweist Burundi.

Obwohl Burundi mit 286 US-Dollar das weltweit niedrigste Pro-Kopf-Einkommen hat, schlägt es sich besser als 18 reichere Länder – trotz der seit 2015 anhaltenden politischen Krise. Burundi hat nicht nur seine Bildungsausgaben von rund 17 Prozent des Haushalts (2013) auf 27,5 Prozent (2016) massiv erhöht. Regierung und Bevölkerung streben auch aktiv danach, Geschlechtergerechtigkeit herzustellen. So hat das kleine Land eine Frauenquote für Regierungsämter eingeführt und sich verpflichtet, die Geschlechterkluft bei der Bildung zu schließen. Und 91 Prozent der Burundier*innen antworteten auf die Frage, welches Kind bei knappen Finanzen zur Schule geschickt werden sollte, dass dies von den Fähigkeiten abhinge, nicht vom Geschlecht.

Burundi lehrt: Für bessere Mädchenbildung ist ausreichende Finanzierung grundlegend. Doch es kommt mindestens ebenso sehr auf den Willen zur Chancengleichheit an.

Stephan Exo-Kreischer ist Direktor der entwicklungspolitischen Organisation One.

Von Stephan Exo-Kreischer

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