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Politik Eigenthaler: „Steueroasen müssen als nicht-existent behandelt werden“
Nachrichten Politik Eigenthaler: „Steueroasen müssen als nicht-existent behandelt werden“
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10:59 04.04.2016
 Eigenthaler wies darauf hin, dass nach seriösen Schätzungen dem Steuerzahler „jährlich rund 50 Milliarden Euro durch Steuerhinterziehung durch die Lappen gehen“. Quelle: dpa
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Hannover

Die Deutsche Steuergewerkschaft fordert als nationale Sofortmaßnahme nach Bekanntwerden des Schwarzgeld-Netzwerks „Panama-Papers“ eine Beweislastumkehr im deutschen Steuerrecht. Thomas Eigenthaler, Vorsitzender der Organisation, sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND): „Nicht der Fiskus muss nachweisen, dass etwas in der Steueroase nicht stimmt, sondern der Betroffene muss vernünftige Motive für sein Handeln nachweisen.“ Gelinge ihm das nicht plausibel, „darf es keinen steuermindernden Abschlag von entsprechenden Ausgaben geben, sondern dann müssen Gewinnzuschläge in Deutschland wegen unklarer Geschäfte fällig werden“. Briefkasten-Firmen, so der Chef der Steuergewerkschaft, „müssen vom deutschen Steuerrecht als nicht-existent behandelt werden“. Man könne den internationalen „Sumpf nur mit fühlbaren Sanktionen trocken legen“.

Eigenthaler rechnet damit, dass „demnächst auch deutsche Namen“ in den Panama-Papieren auftauchen werden. „Bei dem bekannten steuerkriminellen Engagement einiger Reicher wäre es überaus verwunderlich, würden demnächst nicht auch Deutsche in den überaus umfangreichen Unterlagen auftauchen.“ Wenn nicht in Panama, dann sicher im Zusammenhang mit anderen internationalen Steueroasen. Eigenthaler wies darauf hin, dass nach seriösen Schätzungen dem Steuerzahler „jährlich rund 50 Milliarden Euro durch Steuerhinterziehung durch die Lappen gehen“. Hinzu kämen Milliarden-Beträge durch legale Steuerverschiebungen über die Grenzen.

RND

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