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Politik Ecuador nimmt sich Assange-Umfeld vor – Vertrauter festgenommen
Nachrichten Politik Ecuador nimmt sich Assange-Umfeld vor – Vertrauter festgenommen
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09:05 12.04.2019
Julian Assange in einem Auto bei seiner Ankunft vor Gericht. Quelle: Victoria Jones/PA/AP
London

Nach der Verhaftung von Wikileaks-Gründer Julian Assange in London nehmen die Behörden in Ecuador dessen Umfeld ins Visier. Ein Vertrauter von Assange sei am Flughafen von Quito festgenommen worden, als er nach Japan habe ausreisen wollen, teilte Innenministerin María Paula mit. Der Person werde der Verschwörung gegen die ecuadorianische Regierung verdächtigt.

Ein hoher Beamter identifizierte den Festgenommenen später als einen schwedischen Software-Entwickler mit Wohnsitz in Quito. Ermittler prüften seine mögliche Beteiligung an einem Komplott von Assange und Wikileaks mit dem Ziel, Präsident Lenín Moreno zu erpressen.

2012 hatte Assange Aufnahme in der ecuadorianischen Botschaft in London gefunden, um einer Überstellung nach Schweden wegen Vorwürfen der Vergewaltigung zu entgehen. Die Anschuldigungen wurden zwar fallengelassen, doch weigerte sich der Wikileaks-Gründer aus Sorge vor einer Auslieferung an die USA, die Botschaft zu verlassen.

Nach fast sieben Jahren entzog die Regierung von Moreno ihm das Asyl. Prompt wurde er vor Ort von der britischen Polizei verhaftet. Kurz darauf erhob das US-Justizministerium den Vorwurf der Verschwörung gegen den Aktivisten: Er habe sich mit der Ex-Militäranalystin Chelsea Manning zusammengetan, um in ein Computernetzwerk im Pentagon einzudringen. In der Folge wurden Zehntausende streng vertrauliche Regierungsdokumente durch Wikileaks enthüllt.

Fast sieben Jahre lebte Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London, um seiner Festnahme zu entgehen. Nun hat das Land ihn vor die Tür gesetzt - und die britische Polizei schlug umgehend zu. Die USA wollen eine Auslieferung.

Assanges Anwältin Jennifer Robinson kündigte an, ihr Mandant werde sich gegen eine Auslieferung an die USA wehren. Von seinem Heimatland kann er indes kaum Hilfe erwarten: Der australische Premierminister Scott Morrison stellte am Freitag klar, dass er sich nicht einmischen werde. Der Vorwurf gegen Assange sei eine „Angelegenheit für die Vereinigten Staaten“ und habe nichts mit Australien zu tun, sagte Morrison dem Sender ABC.

Assange erhalte keine Sonderbehandlung, ihm werde die übliche konsularische Unterstützung gewährt, sagte Morrison dem Sender ABC. „Wenn Australier ins Ausland reisen und mit dem Gesetz in Konflikt geraten, müssen sie sich dem Justizsystem des jeweiligen Landes stellen. Es spielt keine Rolle, welches Verbrechen sie angeblich begangen haben.“

Gleichwohl sprach sich Morrisons Außenministerin Maris Payne strikt gegen ein mögliches Todesurteil gegen Assange im Falle seiner Überstellung an die USA aus. Auf den Vorwurf gegen den 47-Jährigen steht zwar keine Todesstrafe, doch befürchten seine Unterstützer, dass später gravierendere Vorwürfe gegen ihn laut werden könnten.

Auch Ecuadors Präsident Moreno hatte Großbritannien aufgefordert, Assange nicht in ein Land auszuweisen, in dem ihm Folter oder Todesstrafe drohe. Den Entzug von dessen Asyl begründete er mit Verstößen gegen internationale Konventionen. Bei einem Auftritt nahe Quito teilte Moreno später weiter gegen Assange aus.

Dieser sei ein „miserabler Hacker“ und „verwöhnter Rotzbengel“, der sich in der Botschaft in London respektlos gegenüber seinen Gastgebern verhalten habe. Zudem bekräftigte Moreno Vorwürfe, wonach Assange die Wände der Botschaft mit seinen Fäkalien beschmiert habe. Das angebliche Verhalten führte Innenministerin Romo auf eine Verschlechterung von Assanges geistigem und körperlichen Zustand in der Botschaft zurück.

Morenos Vorgänger Rafael Correa kritisierte die Rücknahme des Asyls für Assange als Feigheit. Die Entscheidung Moreno werde die „ganze Menschheit niemals vergessen“, prophezeite Correa am Donnerstag auf Twitter. Zudem habe Wikileaks Dokumente veröffentlicht, die nahelegten, dass Moreno in Korruption verwickelt sei. Dafür habe dieser sich rächen wollen.

Nach Ansicht der früheren US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton sollte sich Assange für seine mutmaßlichen Straftaten vor Gericht verantworten. „Aus der Anklage, die öffentlich geworden ist, geht hervor..., dass es um die Unterstützung beim Hacken eines Militärcomputers geht, mit dem Ziel, Informationen der US-Regierung zu stehlen“, sagte Clinton bei einer Veranstaltung in New York am Donnerstag (Ortszeit).

„Ich werde warten und sehen, was mit den Anklagepunkten passiert und wie das Ganze weitergeht“, fügte sie hinzu. „Das Entscheidende ist, dass er sich für das, was er getan hat, verantworten muss, zumindest so, wie es die Anklage vorsieht.“

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Von RND/AP/dpa