Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Politik Dündar kritisiert „schwache“ Reaktion Berlins auf Verhaftungen
Nachrichten Politik Dündar kritisiert „schwache“ Reaktion Berlins auf Verhaftungen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:59 02.11.2016
Die überregionale Tageszeitung Cumhuriyet gilt als äußerst regierungskritisch. Immer wieder kommt es zu Verhaftungen von Journalisten. Quelle: AFP
Anzeige
Berlin

Das gelte auch im Vergleich mit anderen westlichen Partnern der Türkei wie etwa den USA, sagte Dündar der Zeitung „Die Welt“. in Die türkische Polizei hatte am Montag den Chefredakteur der regierungskritischen Zeitung, Murat Sabuncu, und rund ein dutzend weitere „Cumhuriyet“-Mitarbeiter inhaftiert.

Die Ermittler werfen den Journalisten vor, mit ihren Artikeln den gescheiterten Militärputsch Mitte Juli „legitimiert“ und Straftaten zugunsten der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und der Bewegung des Predigers Fethullah Gülen begangen zu haben. Diesen macht Ankara für den Putschversuch verantwortlich.

Dündar: „Wir verlieren die Türkei gerade“

Die Bundesregierung erklärte dazu, dass die Pressefreiheit ein „hohes Gut“ sei und äußerte ihre „Sorge“. Dündar sagte der „Welt“, Berlin habe die Verhaftungswelle „nicht einmal verurteilt“. Er erwarte von den europäischen Regierungen aber ein „klares, mutiges Signal für die Demokratie in der Türkei“. Die Europäer seien seit Jahren „dauernd besorgt“, beklagte der Journalist, der wegen seiner drohenden Inhaftierung in der Türkei seit längerem in Deutschland lebt. „Besorgt sein hilft uns türkischen Journalisten nicht.“

Dündar warnte vor diesem Hintergrund Europa vor einem zu großen Verständnis für die Politik des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdogan. „Zu viele europäische Regierungen denken, dass sie unter Erdogan wenigstens eine stabile Türkei bekommen“, sagte er der Zeitung. „Wir verlieren die Türkei gerade.“ Die Verhandlungen über einen EU-Beitritt des Landes dürften allerdings deshalb nicht abgebrochen werden. „Isolation wäre eine Bestrafung für die Türkei, aber nicht für Erdogan.“

Von RND/afp

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige