Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Politik Diese Erleichterungen plant Jens Spahn in der Pflege
Nachrichten Politik Diese Erleichterungen plant Jens Spahn in der Pflege
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:14 24.10.2018
Jens Spahn: „Bei allem notwendigen Engagement für Pflegekräfte: Ohne die gegenseitige Hilfe in den Familien würde unser Pflegesystem zusammenbrechen.“ Quelle: AP
Berlin

Die große Koalition will die Unterstützung von Pflegebedürftigen und deren Familien weiter verbessern. Geplant ist unter anderem, dass Pflegebedürftige für Taxifahrten zum Arzt künftig keine Genehmigung der Krankenkasse mehr benötigen. Eine Entlastung ist auch für pflegende Angehörige vorgesehen: Müssen sie selbst in eine Reha-Klinik, können sie ihr pflegebedürftiges Familienmitglied mitnehmen und in der gleichen Einrichtung betreuen lassen. Das sehen nach Informationen des Redaktionsnetzwerkes Deutschland (RND) Änderungsanträge zum Pflegepersonal-Gesetz vor, das gegenwärtig im Bundestag beraten wird. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte dazu dem RND: „Bei allem notwendigen Engagement für Pflegekräfte: Ohne die gegenseitige Hilfe in den Familien würde unser Pflegesystem zusammenbrechen.“

Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderungen, die in Pflegeheimen versorgt werden oder zu Hause wohnen, sind oft regelmäßig auf Taxifahrten angewiesen, um Arzttermine wahrnehmen zu können. Bislang werden die Fahrkosten dafür nur auf Antrag und nach vorheriger Genehmigung durch die Krankenkasse übernommen. Zwar werden die Anträge in der Regel von den Kassen genehmigt. Doch sie führen bei den Versicherten, den Angehörigen und auch bei den Krankenkassen zu einem erheblichen Aufwand.

Künftig gilt die Genehmigung in einer Vielzahl von Fällen automatisch als erteilt. Bedingung ist zum Beispiel, dass der Pflegebedürftige im Pflegegrad 4 oder 5 eingestuft ist. Die Regelung gilt auch bei Pflegegrad 3, wenn zusätzlich eine dauerhaft eingeschränkte Mobilität festgestellt wurde. Eingeschlossen sind ebenso Behinderte mit einer außergewöhnlichen Gebehinderung oder Blinde.

Die zweite Neuregelung soll pflegende Angehörige entlasten. Sie sind durch die Pflege häufig besonders stark belastet und benötigen oft einen Reha-Aufenthalt in einer Klinik. Das stellt sie allerdings in der Regel vor unüberwindbare Probleme, weil dann offen ist, wer in dieser Zeit die Angehörigen pflegt. Deshalb ist geplant, dass die Betroffenen parallel auch ihre pflegebedürftigen Familienmitglieder in der gleichen Einrichtung betreuen lassen können.

Wenn das nicht in Frage kommt, muss die Krankenkasse mit der Pflegekasse die Versorgung des Pflegebedürftigen während des Kuraufenthalts absprechen und koordinieren. In dem Gesetz ist außerdem vorgesehen, dass pflegende Angehörige künftig eine stationäre Reha in Anspruch nehmen können, auch wenn rein medizinisch betrachtet eine ambulante Unterstützung ausreichen würde. Auch das soll die Organisation der Pflege erleichtert.

Das Pflege-Personalgesetz soll noch im Herbst im Bundestag beschlossen werden und zum 1. Januar 2019 in Kraft treten. Zentraler Bestandteil ist die Finanzierung von 13.000 zusätzlichen Stellen in den Pflegeheimen.

Von Timot Szent-Ivanyi/RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Im Fall des getöteten Regimekritikers Khashoggi haben die USA nun erste Strafmaßnahmen eingeleitet. Die Visa einiger saudischer Verdächtiger wurden aufgehoben und Einreisesperren verhängt.

24.10.2018

An diesem Mittwoch tagt die Kohlekommission im rheinischen Revier: Wieder einmal geht es um den Fahrplan für ein Ende der Braunkohleverstromung. Die Wirtschaft tritt auf die Bremse und warnt vor einem zu ehrgeizigen Vorgehen.

24.10.2018

Bei der Beratungsstelle Radikalisierung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge können sich Angehörige oder Freunde melden. Sie tun dies heute weniger häufig als vor zwei Jahren. Problematisch werten Experten jedoch die zunehmende Radikalisierung von Kindern und die Betreuung von Rückkehrern.

24.10.2018