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Politik Die Politik sollte sich bei Opel raushalten
Nachrichten Politik Die Politik sollte sich bei Opel raushalten
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22:53 15.02.2017
Die Bundesregierung hatte sich in die Verhandlungen um eine mögliche Übernahme des Autoherstellers Opel durch die französische PSA-Gruppe eingeschaltet. Quelle: dpa
Hannover

Es gibt eine Zahl, die die ganze Opel-Misere auf den Punkt bringt: 18. So viele Jahre ist es her, dass der Autobauer zum letzten Mal einen Cent verdient hat. Wobei man damals noch in Mark und Pfennig abgerechnet hat. Anders ausgedrückt: Wer geboren wurde, als Opel und das britische Schwesterunternehmen Vauxhall noch profitabel waren, macht heute seinen Führerschein.

Natürlich gibt es Gründe dafür: Fehlentscheidungen, die Finanzkrise, Entwicklungshemmnisse innerhalb des GM-Konzerns, Währungsschwankungen und, und, und. Am Ende aber bleibt trotzdem diese Zahl. 18. Sie lässt es beinahe wie ein Wunder erscheinen, dass Opel überhaupt noch existiert.

Wenig verwunderlich hingegen ist, dass diese Bilanz irgendwann zu Konsequenzen führen musste. Der Zeitpunkt scheint nun gekommen. Die amerikanische Opel-Mutter GM sucht eine Lösung für ihr Europa-Geschäft, und die könnte im Verkauf an PSA Peugeot Citroën in Frankreich bestehen. Das ist zunächst keine schlechte Nachricht. Opel fühlte sich bei GM schon lange nicht mehr wohl. Gut möglich, dass die kulturellen Differenzen mit den Franzosen weniger stark sind als jene mit den Amerikanern.

GM braucht nicht den Segen der Bundeskanzlerin

Der Aufschrei der deutschen Politik ist unangebracht. Der europäische Automarkt konsolidiert sich, Überkapazitäten werden abgebaut. So ist das nun einmal in einer freien Marktwirtschaft. Geradezu naiv wirkt die Empörung darüber, dass der Betriebsrat in die Verhandlungen nicht eingebunden war. Hätten die GM-Bosse erst bei der IG Metall um Erlaubnis fragen müssen, hätten sie ihre Pläne auch gleich in Rüsselsheim ans Schwarze Brett nageln können.

GM braucht für den Verkauf auch nicht den Segen der Bundeskanzlerin. Wenn Amerikaner und Franzosen sich handelseinig werden, kommt der Deal zustande – ob die Bundesregierung will oder nicht. Das ist der Preis, den Deutschland für seine wenig interventionistische Wirtschaftspolitik bezahlt, die eher auf das Setzen von Rahmenbedingungen als auf die staatliche Beteiligung an Unternehmen abzielt. Dass die Bundesrepublik mit dieser Strategie meistens gut gefahren ist, zeigt ein Blick auf die Verfasstheit der deutschen und der französischen Wirtschaft.

Eine Sache allerdings muss die Bundesregierung jetzt tun. Sie muss bei der französischen Regierung, die Anteile am PSA-Konzern hält, mit aller Macht darauf drängen, mögliche Werksschließungen von betriebswirtschaftlichen und nicht von arbeitsmarktpolitischen Kriterien abhängig zu machen – das würde nebenbei zum Vorteil Opels ausgehen. Dazu wird im französischen Wahlkampf eine Menge Druck nötig sein. Am Ende aber sollten sich aber die besseren Argumente durchsetzen. Auch im Interesse des möglichen Käufers PSA Peugeot Citroën.

Von RND/Andreas Niesmann

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