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22:01 14.06.2017
Die Kanzlerin profitiert derzeit in hohem Maße von den Fehlern anderer – etwa von Torsten Albig oder Hannelore Kraft. Quelle: dpa
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Kiel/Düsseldorf

Wenn in Kiel und in Düsseldorf alles glattgeht, wenn es also keine „Heide-Mörder“ gibt wie im Jahr 2005, stellt die Union in Kürze sieben Ministerpräsidenten. Als Angela Merkel als Kanzlerin anfing, lag deren Zahl noch bei elf. Danach ging es steil bergab.

Jetzt aber sieht es wieder nach einer Trendwende aus. Viele fragen sich: Wie kann die CDU-Vorsitzende nur so verdammt viel Glück haben?

Tatsächlich profitiert die Kanzlerin derzeit in hohem Maße von den Fehlern anderer. In Kiel und in Düsseldorf sind mit Torsten Albig und Hannelore Kraft zwei sozialdemokratische Ministerpräsidenten, die ihren Sieg schon sicher wähnten, abgewählt worden, sogar mit überraschender Deutlichkeit.

Laschet und Günther wurden von SPD-Politikern verhöhnt

Noch in der Woche vor der Wahl wurden die weniger bekannten und beliebten Gegenkandidaten der CDU von hohen sozialdemokratischen Politikern verhöhnt: Armin Laschet? Daniel Günther? Dass diese beiden es schaffen könnten, mochte man sich in der SPD nicht vorstellen.

In Wahrheit waren Albig und Kraft die schwachen Figuren. Da hatten zwei den Blick für das wirklich Wichtige eingebüßt: für die dienende Rolle der Politik etwa und auch dafür, dass Hochmut vor dem Fall kommt. Wer gewinnen will, muss nicht zuletzt den Bürgern zuhören können. Plötzlich ging es um Alltagsthemen wie Einbrüche, Verkehrsstaus oder die unterschätzten Probleme rund um das Inklusionsprojekt in den Schulen. Auf all diesen Feldern konnte die Union viele Enttäuschte einsammeln, ohne sich im Wahlkampf besonders anstrengen zu müssen.

Mehr denn je erscheint Merkel jetzt als die zentrale Figur

Mit dem Zweikampf Merkel/Schulz hatten die beiden Wahlen wenig zu tun, es waren Landtagswahlen, bei denen es um Landesthemen ging. Und doch wirken jetzt beide Ergebnisse auf Merkel und Schulz zurück. Es geht in Kiel und Düsseldorf um viel mehr als nur zwei zurückliegende fröhliche Wahlabende für die CDU.

In den verbleibenden drei Monaten bis zur Bundestagswahl senden die beiden farblich unterschiedlichen neuen Koalitionen in den Ländern auch ein bundespolitisches Signal an die Deutschen.Mehr denn je erscheint nun Merkel als die zentrale Figur, die vielleicht nach der Wahl ihrerseits die Wahl hat: Jamaika wie in Kiel? Schwarz-Gelb wie in Düsseldorf? Oder weiter mit Schwarz-Rot? Bis auf Linke und AfD ist jeder als Partner denkbar.

Wähler sind nicht immer fair

Diese große Spannbreite nützt der Kanzlerin. Hinter ihr sammeln sich Wähler, die sehr unterschiedliche, sogar widersprüchliche Motive haben können. Der Kanzlerin erlaubt man diese Unschärfe – dem SPD-Kanzlerkandidaten nicht. Von ihm verlangen alle mehr Präzision.

Gerecht sind diese unterschiedlichen Maßstäbe nicht. Doch schon immer umschwirrten Schwache gern den Starken: den, der auch ihnen eine Perspektive auf Teilhabe an der Macht bietet.

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