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Nachrichten Politik Die IT-Messe Cebit in Hannover wird eingestellt
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14:30 28.11.2018
Messebesucher sitzen bei der IT-Messe CeBIT in Hannover (Niedersachsen) auf einer Treppe in der Sonne. Quelle: Friso Gentsch/dpa
Hannover

Der lange Niedergang der Cebit findet ein abruptes Ende: Die Deutsche Messe AG will die traditionsreiche IT-Veranstaltung einstellen. Schon die für Mitte Juni 2019 angekündigte Ausstellung werde nicht mehr stattfinden, heißt es in einer Hausmitteilung des Vorstandes vom Mittwoch, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, der HAZ und Neuen Presse vorliegt: „Die Sicherung der wirtschaftlichen Stabilität unseres Unternehmens lässt leider keinen anderen Schritt zu.“ Das hat auch personelle Konsequenzen: Cebit-Chef Oliver Frese scheidet zum Jahresende aus.

Seit dem Platzen der Dot-Com-Blase im Jahr 2001 hat die Cebit bei Ausstellern und Besuchern stetig an Zuspruch verloren: Damals kamen knapp 850.000 Gäste auf das Gelände – in diesem Sommer waren es nach offiziellen Angaben noch rund 120.000 Besucher, von denen jedoch nur 78.000 auch ihren Weg in die Hallen zu den Ausstellern fanden. Die Veranstalter hatten den Termin vom März in den Juni verlegt – auch um der Cebit einen Festival-Charakter zu verleihen.

Diese Neuausrichtung habe sich jedoch nicht ausgezahlt, heißt es im Schreiben des Vorstandes: Große Aussteller hätten zwar Sympathie für das Konzept gezeigt, „wegen des deutlichen Fachbesucherrückgangs“ hätten sie jedoch „erheblich weniger investieren“ wollen. Der IT-Mittelstand hatte sich schon während der Cebit enttäuscht über die leeren Hallen gezeigt.

Cebit wäre 2019 „tief in den Verlustbereich“ abgedriftet

Entsprechend niedrig war der Stand der Buchungen für die nun abgesagte Veranstaltung 2019: Nur 6000 Quadratmeter konnten den Angaben zufolge bisher vermietet werden – zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres war die gebuchte Fläche noch dreimal so groß. „Aus heutiger Perspektive würde eine Cebit 2019 massiv in den Verlustbereich abdriften“, schreibt der Vorstand „Auch in der längerfristigen Perspektive ist eine Besserung nicht zu erwarten.“

Dem Vernehmen nach hat die Deutsche Messe ihre Anteilseigner – sie gehört je zur Hälfte dem Land Niedersachsen und der Stadt Hannover – früh in die Entscheidungsfindung eingebunden. Beide Aktionäre sähen für die Cebit ebenfalls keine Perspektive mehr, verlautete aus Unternehmenskreisen.

Das plant der Vorstand für die Zukunft

Nach den Informationen des RND, der HAZ und der Neuen Presse sind von insgesamt knapp 800 Messe-Beschäftigten am Standort Hannover rund 50 Mitarbeiter der Cebit zugeordnet. Vor zwei Jahren hat sich das Unternehmen mit der IG Metall auf einen Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung geeinigt und verzichtet bis 2024 auf einen Stellenabbau. Diese Vereinbarung gelte auch weiterhin, verlautete gestern bei einer Mitarbeiterversammlung.

„Jetzt müssen wir nach vorne schauen und noch entschlossener die Chancen ergreifen, die sich für uns ergeben“, heißt es im Schreiben des Vorstandes. Ziel sei es, die industrienahen Digitalthemen der Cebit künftig stärker auf der Hannover Messe zu präsentieren. Zudem wolle man aus einzelnen IT-Bereichen kleinere, neu zugeschnittene Digitalmessen und Business-Events entwickeln. Um den Verlust der Cebit wettzumachen, brauche die Deutsche Messe zudem „weiteres Neugeschäft in Hannover und im Ausland“.

Lesen Sie auch: Das haben die Aussteller 2018 auf der Cebit gezeigt

Von RND/NP/HAZ/Jens Heitmann

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