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Politik Ermittler nehmen deutsche Dschihadistin Sarah O. fest
Nachrichten Politik Ermittler nehmen deutsche Dschihadistin Sarah O. fest
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14:15 21.09.2018
Schwarzer Rauch steigt in Al-Rakka (Syrien) bei Gefechten zwischen Soldaten der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) und der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf. Quelle: Hussein Malla/AP/dpa
Düsseldorf

Sie gehörte zu den ersten Mädchen, die im November 2013 nach Syrien ausreisten, um den Islamischen Staat zu unterstützen: 15 Jahre alt war Sarah O. zu dem Zeitpunkt. Nun kehrte sie zurück.

Wie der Generalbundesanwalt mitteilte, wurde die junge Frau bei ihrer Einreise in Düsseldorf festgenommen. Zuvor hatte der „Spiegel“ zufolge darüber berichtet.

Der Generalbundesanwalt ermittelt gegen die nun 20-Jährige wegen des Verdachts auf Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung.

Sarah O. stellte sich in der Türkei den Sicherheitskräften

Die Ermittler werfen Sarah O. vor, in Syrien Mitglied der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) geworden zu sein. Anfang 2014 heiratete sie den Angaben zufolge einen aus Deutschland stammenden IS-Kämpfer. Nach dpa-Informationen hat Sarah O. inzwischen drei Kinder, die sie mit nach Deutschland gebracht hat.

Beim IS habe sie sich an der Waffe ausbilden lassen und mit ihrem Mann Wach- und Polizeidienste übernommen, wurde weiter mitgeteilt. Die Islamisten stellten ihr demnach eine Wohnung, wo sie zeitweilig Neuankömmlinge aufnahm. Sarah O. soll auch versucht haben, Menschen in Europa für den IS anzuwerben und zur Ausreise zu bewegen. Das Paar habe ein Monatsgehalt von rund 118 US-Dollar (rund 100 Euro) bekommen.

Anfang 2018 floh Sarah O. laut Bundesanwaltschaft in die Türkei und stellte sich dort den Sicherheitskräften. Sie sollte am Freitag dem Haftrichter am Bundesgerichtshof (BGH) vorgeführt werden. Über die Festnahme hatte zuvor „„Spiegel Online“ berichtet.

Mehr als 930 Islamisten reisten nach Syrien und in den Irak

Die „FAZ“ hatte den Fall des Mädchens aus Koblenz als erstes deutsches Medium öffentlich gemacht.

Die Zehntklässlerin war im Herbst 2013 von Stuttgart aus zunächst in die Türkei geflogen, um in Syrien den islamistischen Kämpfer aus Köln zu heiraten. Durch die Kontrollen kam sie mit einer gefälschten Vollmacht ihrer Eltern, einer Deutsche und eines Algeriers. Auf ihrer später deaktivierten Facebook-Seite gab sie zur Person an, seit dem 4. Januar 2014 verheiratet zu sein und für Allah zu arbeiten.

Mehr als 930 Islamisten aus Deutschland reisten nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes in den vergangenen Jahren nach Syrien und in den Irak. Darunter befanden sich auch zahlreiche Frauen und Mädchen.

Von RND/ngo/dpa

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