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Politik Der Preis des Plastiks
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20:06 23.04.2018
18,2 Millionen Tonnen Verpackungsmüll haben die Deutschen 2015 produziert – ein trauriger Rekordwert. Quelle: dpa
Berlin


150 Millionen Tonnen – so viel Plastikmüll schwimmt durch unsere Meere, teils offensichtlich, teils unsichtbar. Die Müllteppiche veranschaulichen das Problem, doch den größeren Anteil macht das Mikroplastik aus. Diese kleinen Partikel – von Textilien, Kosmetika oder als Abbauprodukt größerer Teile – lassen sich sowohl in Tieren als auch allen Meeren und den Oberflächengewässern Deutschlands nachweisen. Sogar im Mineralwasser finden sich inzwischen Plastikreste. Wir müssen uns also bewusst machen, dass der Müll als Essen auf unseren Tellern landet.

Wir dürfen den Kopf nicht in den Plastikmüllberg stecken, sondern müssen zukünftigen Schaden abwenden. Es sollte weniger Plastik produziert und der Müll in geschlossene Recyclingkreisläufe gegeben werden. Dafür brauchen wir ökonomische Anreize. In den vergangenen Jahren ist das Inverkehrbringen von Plastikmüll in Deutschland immer billiger geworden. Zu viele duale Systeme konkurrieren um große Händler wie Aldi oder Lidl und treiben die Preise nach unten. Kein Wunder also, dass wir 2015 in Deutschland mit 18,2 Millionen Tonnen den größten Verpackungsmüllberg aller Zeiten produziert haben. Um diesen Trend umzukehren, bedarf es neuer Lenkungsinstrumente. Eine Steuer, wie von Robert Habeck nun vorgeschlagen, wäre ein gutes Mittel. Noch besser wäre eine Abgabe. Deren Erlöse würden dann nicht im Staatshaushalt verschwinden, sondern könnten zielgerichtet eingesetzt werden: für Umweltschutzprojekte, abfallvermeidende Mehrwegsysteme und Verbraucheraufklärung.

Thomas Fischer leitet den Bereich Kreislaufwirtschaft bei der Deutschen Umwelthilfe.

Von Thomas Fischer

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