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12:10 05.10.2018
Die UN-Sonderbotschafterin für die Würde der Opfer von Menschenhandel, die Irakerin Nadia Murad. Quelle: Franziska Kraufmann/dpa
Oslo

Der kongolesische Arzt Denis Mukwege und die irakische Menschenrechtsaktivistin Nadia Murad erhalten in diesem Jahr den Friedensnobelpreis. Sie erhielten den renommiertesten Friedenspreis der Erde für ihren Kampf gegen den Gebrauch sexueller Gewalt als Kriegswaffe, teilte das norwegische Nobelkomitee am Freitag in Oslo mit.

Denis Mukwege, kongolesischer Arzt, erhält den Friedensnobelpreis. Quelle: Patrick Seeger/dpa

Mukwege war in den vergangenen Jahren immer wieder für den Friedensnobelpreis gehandelt worden. Er erhält den Preis für seinen Einsatz für Mädchen und Frauen, die Opfer sexueller Gewalt geworden sind. Er habe sein Leben dem Schutz der Opfer gewidmet und mit seinen Mitarbeitern Tausende Menschen behandelt, die sexuelle Gewalt in Kongo erlebt hätten, erklärte das Komitee. Er habe sich wiederholt dafür ausgesprochen, dass sexuelle Gewalt gegen Frauen keine Kriegsstrategie oder -waffe sein dürfe. Mukwege sei so auf nationaler wie auf internationaler Ebene zu einem Symbol für dem Kampf gegen sexuelle Gewalt in Kriegs- und Konfliktgebieten geworden.

216 Personen und 115 Organisationen nominiert

Die Jesidin Murad erlebte diese Gewalt im Irak einst selbst. Sie wurde von der Terrormiliz Islamischer Staat gefangen gehalten und vergewaltigt - wie schätzungsweise 3000 weitere jesidische Mädchen und Frauen. Das hielt sie nicht davon ab, sich für andere Opfer einzusetzen und für sie ihre Stimme zu erheben. Als Zeugin dieser Gewalt habe sie offen davon berichtet, was mit ihr und anderen geschehen sei, teilte das Komitee mit. Dabei habe sie außergewöhnlichen Mut bewiesen.

+++ So entkam Nobelpreisträgerin Nadia Murads dem IS

In diesem Jahr waren 216 Persönlichkeiten und 115 Organisationen für den renommiertesten politischen Preis der Erde nominiert worden. Im Gegensatz zu den weiteren Nobelpreisen wird der Friedensnobelpreis am 10. Dezember - dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel - nicht in Stockholm, sondern in Oslo verliehen. Er ist mit neun Millionen schwedischen Kronen (860.000 Euro) dotiert.

Die ersten Friedensnobelpreisträger waren 1901 der Gründer des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, der Schweizer Henry Dunant, und der französische Ökonom Frédéric Passy, der die Ansicht vertrat, ein freier Handel unter Nationen fördere den Frieden. 2017 ging die Auszeichnung an die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (Ican) für ihre weltweiten Bemühungen zur Abrüstung.

Der Friedensnobelpreis ist die höchste politische Auszeichnung der Welt. Doch nicht alle Preisträger sind so berühmt wie der frühere amerikanische Präsident Barack Obama.

Von RND/pach/dpa

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