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Politik De Blasio will G-20-Gipfel in New York
Nachrichten Politik De Blasio will G-20-Gipfel in New York
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16:55 08.07.2017
New Yorks Bürgermeister hat kein Problem damit, Gipfeltreffen in seiner Stadt auszurichten. Quelle: dpa
Hamburg

New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio hat sich für regelmäßige G-20-Treffen in seiner Stadt ausgesprochen. „Wir hätten damit kein Problem. Wir haben auch schon die UN-Vollversammlung und den Papstbesuch parallel gemanagt. Und die New Yorker Polizei ist die beste der Welt. Aber die Entscheidung darüber trifft natürlich die Regierung in Washington“, sagte der demokratische Politiker dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte vorgeschlagen, die jährlichen Treffen der G-20 regelmäßig am Sitz der Vereinten Nationen in New York abzuhalten.

„Die G-20 sind trotz aller Kritik eine sinnvolle Gesprächsrunde“, sagte de Blasio. „Sie sollten weitergeführt werden. Aber der wahre gesellschaftliche Wandel, wie die Inititativen für Klimaschutz, kommen nicht von den Regierungen. Sie kommen von den Städten und den einzelnen Bürgern“, sagte de Blasio bei einer Demonstration in Hamburg. Er schloss mit Willy Brandts Worten, die er auf Deutsch zitierte: „Mehr Demokratie wagen!“

De Blasio lehnt Gewalt mit deutlichen Worten ab

Sehr kurzfristig ist der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio nach Hamburg gekommen. Am Freitag wurde er vom Senat empfangen, am Sonnabend hielt er zwei Reden im Thalia Theater und auf der bürgerlichen Demo am Fischmarkt. Wenn der inhaltliche Protest gegen den G-20-Gipfel einen offizielles Gesicht benötigte, wäre es dieser Star der US-amerikanischen Linken. Der Zwei-Meter-Mann weiß, was er seinen hanseatischen Zuhörern schuldig ist. Er lobt ausführlich „the free and hanseatic city of Hamburg“: Eine Stadt, deren Tradition für Demokratie, Offenheit und Freihandel steht, für den Kampf gegen den Klimawandel und Graswurzel-Initiativen in der Flüchtlingshilfe, ist ein passender Ort für diesen Gipfel.

Noch mehr streichelt er die Hamburger Seele mit dem Spruch: „Ich freue mich, nach New York zurück zu kommen. Es ist viel ruhiger und friedlicher als Hamburg.“ Endlich ist man hier Weltmetropole, und sei es um dem Preis einer brennenden Schanze. Die Gewalt lehnt der New Yorker Stadtchef gleich mit deutlichen Worten ab: „Es ist gut, dass es Protest gibt. Aber nur friedlicher Protest führt zum Wandel. Gewaltsamer Protest ist unmenschlich und lenkt von den relevanten Fragen ab.

„Amerika ist nicht kaputt“

Und was sind die relevanten Fragen? Das friedliche Zusammenleben, der Kampf gegen die wachsende Ungleichheit, der Klimawandel. Das hätten linke Sozialdemokraten nicht besser sagen können, und es ist auch kein Zufall, dass de Blasios Sohn Dante gerade ein Praktikum bei der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin macht. Sein Vater zitiert Willy Brandt auf Deutsch: „Mehr Demokratie wagen!“ All das richtet sich natürlich vor allem an den anderen New Yorker in Hamburg, an Donald Trump. „Amerika ist nicht kaputt, sondern in einer Identitätskrise“, sagt de Blasio: „Nach der Wahl Trumps müssen wir unsere Werte jeden Tag verteidigen. Im Alltag, bei friedlichen Protesten, in der Schule und auf der Arbeit, mit unseren Nachbarn und Kollegen. So verändern wir die Welt!“

Von Jan Sternberg/RND

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