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Politik Das war der Tag vor dem Staatstreffen
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06:17 07.07.2017
Die Verhandlungen mit Trump dürften für Merkel auf dem Gipfel schwierig werden. Quelle: dpa
Hamburg

Es ist fast alles so gekommen, wie es für den Tag vor Beginn des G20-Gipfels erwartet worden war. Am Donnerstagabend kommt es in Hamburg zu massiven Auseinandersetzungen zwischen gewaltbereiten Autonomen und der Polizei. US-Präsident Donald Trump dominiert jetzt schon den Gipfel mit seiner Abschottungspolitik. Lesen Sie hier die Zusammenfassung des Tages.

Randale im Schanzenviertel

Bei der „Welcome to Hell“-Kundgebung gegen das Treffen der großen Wirtschaftsmächte flogen Flaschen, Feuerwerkskörper knallten, später brannten Mülltonnen und mindestens ein Auto. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Pfefferspray ein und trieb die rund 12 000 in der Mehrzahl friedlichen Teilnehmer auseinander. Die Polizei sprach am Abend von insgesamt 76 verletzten Beamten. Mindestens 59 davon seien leicht verletzt. In den Protestzug hatten sich laut Polizei etwa 1000 Vermummte gemischt. Ursprünglich waren die Sicherheitskräfte von bis zu 8000 Gewaltbereiten ausgegangen.

Der Anmelder der „Welcome to Hell“-Demonstration, Andreas Blechschmidt, spracht gegenüber dem RechercheNetzwerkDeutschland (RND) vom „mindestens einem Schwerverletzten“ und „vielen weiteren Verletzten“ beim Polizeieinsatz an der Hafenstraße. Ein Teilnehmer sei nach Pfefferspray-Einsatz in Scherben gefallen und habe eine stark blutende Beinverletzung davon getragen. Viele seien durch den Schlagstockeinsatz verletzt worden, den Blechschmidt als „völlig überzogen“ kritisiert. Genaue Zahlen wollen die Anmelder morgen früh bei einer Pressekonferenz vorlegen.

Merkel und Trump

Viel durchgesickert ist nicht zu den Inhalten des Treffens von Angela Merkel mit ihrem wohl schwierigsten Gast. Die Kanzlerin habe mit Trump zentrale Streitthemen besprochen, teilt ein Regierungssprecher nach dem Gespräch am Abend in dürren Worten mit. Außerdem seien die „außenpolitische Brennpunkte“ zur Sprache gekommen - Nordkorea, die Lage in Syrien und der Konflikt in der Ostukraine. Ob auch das besonders umstrittene Klimathema auf den Tisch kam, bleibt offen. Bei der Unterredung waren unter anderem auch die beiden Außenminister dabei - und Trumps Tochter Ivanka und deren Ehemann Jared Kushner. Unmittelbar nach einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump hat Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) den USA vorgeworfen, die internationale Zusammenarbeit als „Kampfarena“ zu verstehen.

Merkel und Erdogan

Am Abend kam Merkel auf Wunsch Ankaras mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zusammen. Dabei sei es um den bevorstehenden G20-Gipfel, das EU-Flüchtlingsabkommen mit der Türkei und die bilateralen Beziehungen gegangen, sagte ein deutscher Regierungssprecher nach dem rund einstündigen Gespräch. Zwischen Berlin und Ankara gibt es schwere Verstimmungen - zuletzt hatte die Bundesregierung einen von Erdogan gewünschten öffentlichen Auftritt vor Anhängern während seines Besuches in Deutschland untersagt.

Internationale Popstars

Internationale Stars wie Coldplay, Shakira und Ellie Goulding sagen am Abend mit einem emotionalen Konzert in Hamburg Armut und Ungleichheit in der Welt den Kampf an. Sie unterstützen das gemeinnützige Projekt Global Citizen, „Weltbürger“. Auch Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) nutzt das Konzert als Bühne und appelliert an die internationale Gemeinschaft, das Thema Abrüstung wieder stärker in den Blick zu nehmen. Damit zeigt er auf Themen und Teilnehmer des Gipfels: Nordkorea, China und Russland.

Von RND/dpa

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