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15:12 07.07.2017
Schwarze Pullover, Kapuzen, Sonnenbrillen: Die einheitliche Kleidung soll es erschweren, einzelne Angreifer zu identifizieren. Quelle: AP
Hamburg

Bei den G-20-Protesten in Hamburg liefert sich der Schwarze Block Schlachten mit der Polizei, es werden Steine geworfen, Autos angezündet und Scheiben eingeschlagen. Die Polizei reagierte mit Wasserwerfern, Schlagstöcken und Tränengas. Doch wer ist der Schwarze Block überhaupt – und was wollen die Linksextremen?

Am Donnerstag gaben die Demonstrationen einen Ausblick auf die Proteste am G20-Gipfelwochenende. Unsere Galerie zeigt den ersten Tag in Bildern.

Der Schwarze Block ist selbst keine Organisation sondern eine lose Formierung von verschiedenen Gruppen: Linksextreme, Autonome, Anarchisten und Antifaschisten. Die Übergänge sind fließend. Die Zugehörigkit entsteht durch die schwarze Kleidung, die die oft gewaltbereiten Linksextremen bei Demonstrationen tragen. Zu den Erkennungszeichen gehören außerdem Kapuzen, Mützen, Tücher und Sonnenbrillen, mit denen sich die Mitglieder des Schwarzen Blocks oft vermummen. Damit verstoßen sie allerdings gegen das Vermummungsverbot, das seit 1985 in Deutschland gilt. Durch die Vermummung und die einheitliche Kleidung soll die Identifikation von einzelnen erschwert werden – die Polizei hat so große Probleme zu erkennen, von wem etwa ein Stein geworfen wurde. Außerdem sollen die Sonnenbrillen und Tücher vor Tränengas schützen.

In der Nacht zu Freitag brannten vor der Roten Flora in der Sternschanze alte Möbel. Quelle: AP

Oft reisen große Gruppen gezielt zu Demonstrationen, bei denen Ausschreitungen zu erwarten sind. So tritt der Schwarze Block zum Beispiel bei den 1. Mai Kundgebungen in Hamburg und Berlin auf, aber auch bei Demonstrationen gegen Rechts oder das kapitalistische System. So kam es zum Beispiel auch bei der Eröffnung der neuen Zentrale der Europäischen Zentralbank in Frankfurt im Rahmen der Blockupy-Proteste zu Krawallen vom Schwarzen Block. Hervorgegangen ist die Bewegung aus der Szene der Hausbesetzer und Atomkraftgegner in den Siebzigerjahren.

Gegen Kapitalismus und Nationalismus

Politisch steht der Schwarze Block für eine Haltung gegen Kapitalismus, Nationalismus und die Staatsgewalt. Viele friedliche Demonstranten und Anwohner werfen den Mitgliedern allerdings vor, nur ein Ventil für ihre Aggressionen zu suchen und grundlos für Eskalationen verantwortlich zu sein.

Die Polizei geht davon aus, dass in Hamburg derzeit 8000 gewaltbereite Autonome unterwegs sind. Es wurden etliche Autos angezündet. Der größte Demozug mit bis zu 100 000 Teilnehmern wird für Sonnabend erwartet.

Von Anne Grüneberg/RND

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