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Politik Das Rennen bleibt eng
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11:45 27.09.2016
USA-Korrespondent Stefan Koch verfolgt den Wahlkampf in Washington. Quelle: RND
Washington

Auf den ersten Blick mag es wie ein Sieg der Demokratie erscheinen, dass wieder so viele US-Bürger Anteil nehmen an dem Rennen um das Weiße Haus – nachdem die Beteiligung an früheren Präsidentschaftswahlen zum Teil erschreckend niedrig war.

Mittlerweile verstärkt sich allerdings der Eindruck, dass die große Aufmerksamkeit vor allem der tiefen Spaltung des Landes geschuldet ist. Die beiden Kontrahenten streiten nicht allein über unterschiedliche Steuersätze oder unterschiedliche Nuancen in der Handelspolitik – ihnen geht es um eine grundsätzlich andere Vorstellung von ihrem Land. Hier steht die Kandidatin, die die großen Linien des Amtsinhabers Barack Obama fortsetzen will. Dort bringt sich ein Kandidat in Stellung, der die Vereinigten Staaten wieder stärker auf sich selbst beschränken will.

Außenseiter Trump setzt auf Emotionen

Trump mag das erste TV-Duell nach Einschätzung vieler Beobachter verloren haben. Ob diese Niederlage seine Anhängerschaft tatsächlich schmälert, steht aber auf einem ganz anderen Blatt. Auch wenn der Geschäftsmann mit seinen Aussagen zur internationalen Politik nicht überzeugen kann und zudem auf anderen Politikfeldern nur schwammige Vorstellungen besitzt, sagt das wenig über das Wahlverhalten der US-Bürger aus.

Mehr noch: Die Erwartungen an seine Präsentation sind ohnehin deutlich niedriger als die Erwartungen an Clintons Vorstellung. Er ist der Außenseiter, der mehr die Emotionen als den Verstand ansprechen will. Zur Überraschung vieler Politikbeobachter sollen seine Wähler aber weitaus motivierter sein, als die Unterstützer der Demokratischen Partei.

Clinton, die scheinbar perfekt vorbereitete Politikerin, weiß um diese unerwartete Frontstellung. Sie hat noch einen langen Weg vor sich, um die eigene Klientel nicht nur zu überzeugen, sondern auch zu begeistern.

Von Stefan Koch

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