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Politik Chefstratege Bannon verlässt das Weiße Haus
Nachrichten Politik Chefstratege Bannon verlässt das Weiße Haus
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21:01 18.08.2017
Stephen Bannon zählt ab Freitagabend nicht mehr zu Trumps Beratern. Der Präsident setzt ihn vor die Tür. Quelle: dpa
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Washington

Der umstrittenste Berater des US-Präsidenten verlässt das Weiße Haus: Stephen Bannon muss nach nur sieben Monaten sein Büro in der Regierungszentrale räumen. Der Druck auf den Nationalisten war nach den gewaltsamen Auseinandersetzungen in Charlottesville in den vergangenen Tagen massiv gestiegen.

Die Sprecherin bleibt vage

Sarah Huckabee Sander ging am Freitag nicht auf die Hintergründe des Rauswurfs ein. Donald Trumps Sprecherin sagte lediglich: „Wir danken ihm für seine Dienste und wünschen ihm alles Gute.“ In Washington brachten viele Beobachter den Rücktritt mit den scharf kritisierten Äußerungen des Präsidenten in Zusammenhang, der den Aufmarsch von Neonazis in Charlottesville mit den Gegendemonstrationen auf eine Stufe stellte.

Da sich mittlerweile sogar einflussreiche republikanische Senatoren wie Bob Corker von Trump distanzieren, dürften im Weißen Haus die Alarmglocken schrillen.

Bannon legte sich mit den Militärs an

Wie es im Hintergrund heißt, schwelen die Konflikte zwischen Bannon und anderen Beratern jedoch schon länger. Die früheren Militärs James Mattis, John Kelly und Herbert Raymond McMaster sollen sich vor allem über Bannons Äußerungen beklagt haben, wonach die Drohkulisse gegen das Regime in Nordkorea nicht glaubhaft sei.

Verteidigungsminister und Ex-General James Mattis geriet mit Stephen Bannon immer wieder aneinander. Am Freitag setzte er sich gegen den Berater durch. Quelle: AP

Im Interview mit dem Online-Dienst „American Prospect“ hatte der 63-Jährige angedeutet, dass es quasi keine Handhabe gegen Pjöngjang gebe, da die Gegenreaktion des Regimes verheerend sein könnte. Hauptgegner Amerikas sei nicht Nordkorea, sondern China, so Bannon.

Mit seinem Weggang verliert der protektionistische Flügel in der US-Regierung allem Anschein nach seinen einflussreichsten Vertreter. So soll aus Bannons Feder - zumindest in den zentralen Passagen - die Rede zur Amtseinführung stammen, die am 20. Januar im In- und Ausland als nationalistisch und bedrohlich aufgenommen wurde. Auch das Einreiseverbot für Menschen aus mehrheitlich muslimischen Staaten soll von ihm vehement vorangetrieben worden sein.

Die Börse wittert Morgenluft

Wie es in Washington heißt, wolle Bannon wieder zu seinem umstrittenen Newsblog „Breitbart“ zurückkehren, der Trumps Präsidentschaftswahlkampf massiv unterstützt hatte und mehrfach eine Nähe zu rechtsextremen Kreisen erkennen ließ.

Da sich in diesem Sommer auch Stabschef Reince Priebus und Kommunikationsdirektor Anthony Scaramucci aus dem Weißen Haus verabschieden mussten, fällt der Blick nun verstärkt auf die Berater und Minister, die dem Militär entstammen - Stabschef John Kelly, Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster und Pentagonchef James Mattis.

Obwohl es in der Geschichte der Vereinigten Staaten eine solche Ansammlung von früheren Offizieren in der Regierung bisher nur ein Mal - unmittelbar nach dem Bürgerkrieg - gegeben hatte, wurde die Personalverschiebung am Freitag auf den Finanzmärkten positiv aufgenommen: Der Dow-Jones-Index stieg ins Plus. Mehrere New Yorker Börsenexperten zeigten sich gestern optimistisch, dass die Wirtschaftsliberalen um Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und Berater Gary Cohn nun wieder einen stärkeren Einfluss gewinnen.

Von Stefan Koch/RND

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